de  |  en 
Kontakt  |  Impressum  |  Login 
Sammlung: "Aktuelles Bild aus Dresden"
 

Der Extremwetterkongress in Bremerhaven

Vom 4. bis 6. März 2010 fand im Klimahaus in Bremerhaven der 5. Extremwetterkongress statt. Wie unschwer dem Titel des Kongresses zu entnehmen ist, handelt es sich um einen Veranstaltung zu den Themen Wetter bzw. Meteorologie und natürlich auch Klimatologie.

Entsprechend dachte ich mir, dort auch einmal teilzunehmen und Neuigkeiten zu erfahren sowie viele neue Menschen kennenzulernen.

Dies hat sich voll und ganz gelohnt:
Zuerst könnte man sich durchaus erschlagen fühlen, bei 80 Vorträgen an den drei Kongresstagen. Doch gab es sehr viele interessante Themen in den Vorträgen! Und wenn wir doch mal eine Pause brauchten, hatte man in jedem Fall was zu tun, denn die Vorträge fanden im Klimahaus statt, von welchem ich schon einmal im letzten Sommer berichtete (Link). Hatte ich mir also gerade erst fünf Minuten zuvor einen Vortrag über die Antarktis und den Klimawandel angesehen, so konnte ich gleich zum Fahrstuhl gehen und mal eben in die Arktis mit einer echten Eislandschaft fahren. :-)
Passender konnte der Veranstaltungsort demnach kaum sein!

Doch um was geht es nun auf einem Kongress, welcher einen solch ausgefallenen Namen trägt?
Um eine ganze Menge! Es war fast alles vertreten, was man sich so vorstellen kann, beispielsweise: „Strom aus der Wüste“, „El Nino“, „Klimapolitik“, „Extremwetter erleben“, „Gletscher“ bis hin zum „Medienwetter“. 
Es konnte somit kaum lange Weile aufkommen...

Doch was hat mich am meisten beeindruckt? Ein zugegebener Maßen schwierige Frage bei dieser Fülle an Vorträgen...
In jedem Fall war das Thema „Medienwetter“ extrem spannend! Heutzutage geistern immer wieder vor Unwetterlagen Schlagzeilen durch die Medien, wo einem durchaus das Gefühl einholen könnte, dass die Welt "untergeht". Passiert dann doch nichts, so heißt es ganz oft: „Was haben denn diese Meteorologen wieder für falsche Vorhersagen vermeldet?“ Doch das Paradoxon an dieser Sache ist, dass die Wetterfrösche oftmals gar nichts Falsches vorhergesagt haben! 

Ein Beispiel: Im Januar 2010 zog das Schneetief Daisy über Mitteleuropa und damit Deutschland. Allgemein war die Vorhersage dieses Ereignisses sehr schwer. Doch war mit großer Sicherheit zu sagen, dass zumindest in den Mittelgebirgen einige Straßen früher oder später unpassierbar sein werden. Die Folge waren Schlagzeilen, wie „Schneewalze rollt auf Deutschland zu“ oder „Blizzard trifft Deutschland“. Ja, sogar zu Hamsterkäufen wurde geraten! Noch kurioser ist der Hintergrund, vor dem diese Meldung verbreitet wurde. So rät 365 Tage im Jahr der Krisenschutz sicherheitshalber Lebensmittel für etwa ein bis zwei Wochen immer vorrätig zu haben. Manch Journalist empfand diesen allgemeinen Hinweis wohl als besonders wichtig und herausragend und setzt ihn gleich in die Zeitung, damit die Meldung möglichst dramatisch klingt. 
Nun ja, und das Ende vom Lied war, dass letztlich zwar ein Unwetter hereinbrach, jedoch weitgehend schwächer, als von den Medien angekündigt. Es muss allerdings auch hinzugefügt werden, dass dennoch viele Dörfer im Norden für längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten waren. Aber unter dem deutschlandweiten Blizzard stellt sich jedoch viele etwas anderes vor. 
So kam es, dass wiederholt die Meteorologen für einiges verantwortlich gemacht wurden. 
Natürlich muss man sich davor hüten, nun davon auszugehen, dass prinzipiell jedes Medium ein möglicherweise kommendes Unwetter dramatisiert, doch ist es immer öfters so. Andersherum ist auch die Meteorologenwelt nicht von denjenigen befreit, welche überspitzte Meldungen an die Presse geben, sodass diese dann gar nicht die Schuld trägt.
Insgesamt fand ich die Vortragsreihe zu diesem Thema sehr interessant, auch da es allgemein für großen Diskussionsstoff sorgte, sodass immer wieder interessante Fakten ans Tageslicht kamen.

Natürlich waren auch viele weitere Vorträge zu aktuellen Forschungsergebnissen sehr interesant, wie z.B. zur Verteilung heftiger Gewitter und Hagelereignisse. Darauf einzugehen würde jedoch etwas zu weit führen. ;-)

Der Kongress neigte sich mit einem außerordentlich gut erstellten englischsprachigen Vortrag dem Ende zu. Einer der führensten Tornadoexperten aus den USA gab einen Einblick in seine Arbeit und seine Forschungsergebnisse. So bekam das Publikum Einblick in noch nie veröffentlichte Aufnahmen aus dem Innenleben eines Tornados, sodass sich Faszination und Furcht trafen. Des Weiteren zeigte er Blitzeinschläge, welche mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen wurden. Einfach unglaublich, wenn man zu Gesicht bekommt, was in einer Hundertstelsekunde so alles geschieht. Einfach unbeschreiblich und unvergesslich!

Auf jeden Fall hat sich der Besuch des Kongresses voll und ganz gelohnt! Ich bin froh mich für eine Visite in Bremerhaven entschieden zu haben.

Nebenstehend noch einige Bilder von den Kongresstagen...

Weitere Bilder sind auf meiner Homepage zu finden:
www.die-meteorologie.de

 

 

 

Wenn Sie einen Kommentar in meinem Gästebuch hinterlassen möchten...

 ...dann klicken Sie hier!