Blog – Kopie de

Blog
In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau
26. August 2021

Ein Wald ist nichts Statisches. Bäume keimen, wachsen, werden riesig und nach einem langen Leben am Ende wieder zu Erde. Dadurch kommt an ihrer Stelle wieder mehr Licht auf den Waldboden, Nährstoffe werden freigesetzt – neues Wachstum wird möglich. Aber was passiert, wenn der Wald brennt? Ist dann nicht alles verloren?

mehr erfahren …

28. Juni 2021

Wie kommt eigentlich der Regen in den Amazonasregenwald?

Logisch wäre ja, dass er vom naheliegenden Pazifik kommt. Doch im Westen Südamerikas erheben sich die Anden als 6000 Meter hohe Barriere. Regenwolken vom Pazifik haben daher kaum eine Chance, die Wälder im Amazonasbecken zu erreichen. Natürlich entsteht ein Teil der Wolken bei der Verdunstung von Wasser aus den zahllosen Flüssen. Dies reicht aber nicht aus, um über den riesigen Wäldern durchschnittlich über 2000 Millimeter Regen pro Jahr fallen zu lassen. Bleibt nur noch der Atlantik. Wie aber schaffen es die Regenwolken, den im Extremfall über 5000 Kilometer langen Weg bis in die entferntesten Winkel Amazoniens zurückzulegen?
Die Antwort: durch die Mithilfe der Wälder an einem einmaligen Wasserkreislauf.

Hier im Amazonasregenwald gibt es einen unsichtbaren Fluss, einen kontinuierlichen Strom von Süßwasser, den wir mit bloßem Auge nicht sehen können. Und das, obwohl er mehr Wasser transportiert als alle Flüssen des Amazonasbeckens zusammen!⁣⁣

Das liegt daran, dass Die Wälder des Amazonasbeckens die größten zusammenhängenden Regenwälder der Erde sind, und die machen ihr ganz eigenes Wetter.

Alles nimmt seinen Anfang über dem Atlantik. Unter den Strahlen der heißen Tropensonne steigen Unmengen von Wasserdampf himmelwärts und verdichten sich zu Wolken. Ostwinde treiben diese dann über den Wald, wo sie sich abregnen. 26 % des Regenwassers erreichen dabei nicht einmal den Boden, sondern verdunsten von den Blättern gleich wieder zu Wasserdampf.

Morgens verdunsten riesige Mengen Wasser über dem Regenwald

Am Boden ankommendes Wasser wird zügig von den Wurzeln absorbiert und dann über den Stamm in die Kronen geleitet. Durchschnittlich 760 Liter Wasser werden pro Baum und Tag „ausgeatmet“, das sind am Tag ca. 190.000 Liter pro Hektar Wald!

Auch die restlichen 74 % des gefallenen Regens steigen also bald über dem Wald als Wasserdampf wieder auf und bilden Regenwolken. Diese werden vom Wind ein Stück weiter nach Westen getrieben, es regnet, und der ganze Prozess beginnt von neuem. Insgesamt wiederholt sich dieser Kreislauf bis zum Erreichen der Anden etwa fünf Mal. So kann der Regen vom Atlantik bis in die hintersten Winkel Amazoniens gelangen.

Tatsächlich geben die Pflanzen des Amazonasbeckens täglich 20 Mrd. Tonnen Wasser an die Atmosphäre ab und kreieren so den größten Fluss von Süßwasser auf der Erde!

Dieses einzigartige System beeinflusst das ganze Weltklima und hebt nochmals besonders hervor, wie wichtig der Schutz dieser Wälder ist. Das Einzige, was diesen Wasserkreislauf aufrechterhält ist das gewaltige Ausmaß der zusammenhängenden Regenwälder.

Deshalb sind auch Waldrodungen im Osten Amazoniens so dramatisch.
Denn wenn sich die Wassermassen vom Atlantik über entwaldeten Gebieten abregnen, fließen sofort 80 Prozent des Wassers wieder in die Flüsse. Nur 20 Prozent werden weiter ins Inland transportiert. So gelangt nicht mehr genug Regen in die westlichen Gebiete Amazoniens, der Regenwald mit seiner Artenvielfalt verschwindet und weicht einer Steppenlandschaft.

Text: Fabian Mühlberger; „Lebenswelt Regenwald“, Spitzer et al. 2004.

22. Juli 2020

Es ist stockfinster und aus den Tiefen des Waldes kommt ein tiefes Brüllen, das einem Donnergrollen gleicht. Dahinter versteckt sich jedoch kein Monster, sondern nur ein paar Brüllaffen. Sie markieren damit ihr Revier und lassen mich wissen, dass die Sonne gleich aufgeht. Ein neuer Tag beginnt hier auf Expedition in den Regenwäldern von Tambopata, Madre de Dios und ich kämpfe mich  mehr erfahren …

22. Juli 2020

Es ist 22 Uhr und stockfinster. Dank unserer Stirnlampen erahnen wir gerade so den Weg, der uns von den Hütten im Wald zum Wasser hinunterführt, ans Ufer des Tambopata Rivers. Wir steigen auf das wacklige Boot. Den Tag über hat es viel geregnet, der Wasserspiegel des Flusses ist stark angestiegen. Unser einheimischer Kapitän Samir lenkt das Boot hinaus auf die Mitte des Flusses. Die meisten der Baumstämme, die gestern noch gut sichtbar waren, sind jetzt vom Wasser verdeckt und komplett unsichtbar. An einigen Stellen kann man an einem leichten Kräuseln im Wasser noch erahnen, dass mehr erfahren …

Empfehlungen