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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Das Heulen der Wölfe

Tobi Als ich meine Augen öffne, ist es schon hell. Ich verlasse unser Zelt und schaue auf die Berge rings um unser Camp, bevor ich mich zum Silent Spot begebe. Die Natur wirkt auf mich und ich werde immer ruhiger. Doch diese Ruhe währt nicht lange, weil mich ein unbekanntes Geräusch unruhig werden lässt. Ein Knacken im Wald, das wahrscheinlich vom Wind verursacht wurde. Ich weiß es nicht genau, und das konstante, komische Geräusch macht mich wirklich nervös. Gefasst auf alles drehe ich mich beim nächsten Mal in die Richtung, aus der das Geräusch kommt. Es ist Lina, sie hat Schluckauf. Schließlich schnappe ich mir die Angel und versuche mich im Fische fangen, was kurz darauf mit einer 40 cm großen Regenbogenforelle belohnt wird. Das Grinsen auf meinem Gesicht verrät meine Freude. Nach der Projektplanung am Vormittag mache ich mich mit meiner Projektgruppe „Forest Dump“ und Charlotte auf, um 25m x 25m große Planquadrate für die morgige Vermessung abzu­stecken. Ich kämpfe mich durch die dichten Sträucher, um die gerade Linie, die die 4 Eckpunkte verbindet, beizubehalten, was einfach klingt aber gar nicht so leicht ist. Es ist eine Mischung zwischen riesigem Spaß und großer Anstrengung. Zurück im Camp starten wir am Lagerfeuer – die atemberaubende Abendsonne geht bereits langsam unter – einen Stockbrot- Wettbewerb. Gerade als wir mittendrin sind werden wir unterbrochen, denn Charlotte hört Wölfe heulen. Mit einem schnell klopfenden Herzen schleiche ich mit den anderen zu Gudrun, unserer Wolfsexpertin aus Österreich, die bereits am Waldrand sitzt und das Heulen eines Wolfes perfekt imitiert. Kurz darauf kommt die Antwort der Wölfe: Wolfsgeheul, das mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Der Lautstärke nach zu urteilen sind sie auf einer Sandbank, 100 m Luftlinie von unserem Camp entfernt. Ich bin völlig fasziniert, ich spüre eine gewisse Erwartung in der Luft, ich kann nicht glauben, was ich da höre, denn es ist zu schön. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Wölfe um uns herum sind. Doch heute können wir sie nicht mehr sehen, denn sie haben uns schon entdeckt und ausgecheckt. Aber vielleicht haben wir ja Glück und können sie an einem der anderen Tage entdecken, ich bin gespannt. SMS aus Kanada: Tobi #1 Silent Spot – 3 Fische gefangen – Planung der Projekte – Einrichtung der Untersuchungsflächen im Urwald – Schwimmen – Stockbrot. Tobi #2 am Lagerfeuer – Kai dreht am Rad – Wolfsgeheul. Fotos: © Wilderness International, Sami Fayed http://wi.wildblog.org/wp-content/uploads/2014/07/DSC06342.jpghttp://wi.wildblog.org/wp-content/uploads/2014/07/DSC06313.jpg

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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