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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Die Gezeitenzone: Wohngemeinschaft der Lebenskünstler

Schon früh um 6:00 tuckert das Boot mit Patrica M. Halpin und ihren Studenten in die nebelverhangene Bucht vor Bamfield. Das Ziel ist eine relativ große Muschelbank in der Gezeitenzone, die detailliert vermessen werden soll. Patti Halpin und Carlos Robles  erforschen in verschiedensten Projekten den Lebensraum „Gezeitenzone“. Auch hierfür wurden tags zuvor  wieder Datalogger im Meer versenkt. Da hier die Tide etwas heftiger auf die „Datalogger“ wirkt, fallen diese etwas größer im Vergleich zu den „Eelgrass Dataloggern“ aus.  In diesem Fall wird  Salzgehalt und Temperatur über die Zeitspanne von einem  Jahr aufgezeichnet. „Der Salzgehalt liegt zur Zeit bei knapp 19. Ein guter Wert. Nimmt der Salzgehalt ab und fällt unter die Marke von 15, wird es für einige Tiere kritisch. Mit Seesternen kann man einen einfachen Test machen. „Dreht man sie auf den Rücken, kriegen sie es nicht mehr hin sich aus eigener Kraft umzudrehen“, erklärt mir Patti. Ein Grossteil der Forschung besteht im Prinzip aus dem Sammeln von Daten. In diesem Fall ist das eine recht farbige Angelegenheit. Mit gelber und roter Sprühfarbe werden interessante Zonen, wie z.b. Flecken an denen keine Muscheln haften, markiert. Eine Menge von orangenen Golfbällen und eine gelbe Schnur werden ebenfalls plaziert, wodurch Grössenverhältnisse und Struktur in die abschliessend erstellten Fotos eingearbeitet werden. Auf diese Weise können Veränderungen in der Gezeitenzone festgestellt werden. Setzt man diese ins Verhältnis zu den vielen Daten, die hier gemessen werden, können letztlich Hinweise gefunden werden, was die Gezeitenzone beeinflusst und welche Faktoren sie gefährden. Der weltweite Temperaturanstieg, der auch heftigere und häufiger Stürme verursacht, ist auch in diesem Fall eine Gefahr. Stärkere Stürme mit mehr Regen und weniger Wald, der diesen kompensiert, bringt auch in vielen Gebieten einen größeren Süsswassereintrag.
Gezeitenzonen gibt es weltweit an allen Küsten. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Mal auch einzigartig, wie unser Wattenmeer. Durch zunehmende Bebauung der Küsten ist dieser Lebensraum in einigen Gebieten leider auch ganz verschwunden. Hier vor der Küste British Columbias ist der Umfang der Gezeitenzone bei einer Tide von drei Metern enorm ausgeprägt und vielfältig. Für die Forscher perfekte Bedingungen. In den von der letzten Flut übrigen Tümpeln wimmelt es von Leben. Die grünen Anemonen können auch ohne diese Tümpel bis zur nächsten Flut ausharren. Indem sie sich schliessen, halten sie einen gewissen Wasservorrat.
Mittags traf ich Ross, der gerade den Eelgrass-Chip aus dem Backstein meißelte. Später begleitete ich nochmals das Eelgrass-Team, die diesmal das Eelgrass selbst entlang eines Vermessungsbandes, bei 13 Grad Celsius Wassertemperatur und zwei Metern Sichtweite, zur genaueren Untersuchung einsammelten. Doch der Nebel vom Morgen war verschwunden. Seitdem haben wir wolkenlosen Himmel. Mittlerweile bin ich in Port Alberni angekommen, wo ich morgen auf Peter von „Rendezvous Diving“ treffe. Dann geht es für einige Tage auf die Broken Island Group zum Tauchen. http://reinis-blue-box.blogspot.de/
Seesterne
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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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