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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Eine verrückte Flussfahrt

Eine letzte Fahrt stand uns nun noch bevor, zurück Richtung Toba Inlet, von wo aus wir wieder mit dem Zodiac nach Campbell River fahren würden. Doch bis dahin standen noch einige Aufgaben an. Sehr zeitig begannen wir damit unser Camp abzubauen und alles so gut wie möglich auf unserem Boot zu verstauen. Denn heute konnten wir nicht wie auf dem Hinweg in mehreren Touren unser Team + Gepäck, den Fluss runter fahren, dafür würde unser Benzin nicht mehr reichen. Es blieb also nur eine Möglichkeit: 10 Mann + Gepäck in einem Boot. Dass das eng werden würde, war uns klar. Die erste Station an diesem Morgen war jedoch das 3. zu untersuchende Landstück von Wildenress International, ein Stück abwärts am Toba River. Auch hier wollten wir wieder 2 Teilstücke abstecken und die Bäume vermessen und zählen. Glücklicherweise gab es eine gute Stelle zum anlegen, denn normalerweise sind die Flusshänge sehr stark abfallend und bewachsen. Auf dem Landstück waren wir wieder einmal völlig überwältigt von der Natur, die wir hier vorfanden. Riesige Douglasien und Riesenlebensbäume, Ahornbäume und ein kleiner Pfad direkt am Flusshang. Ein Pfad? Ja, denn auch die vielen Tiere im Wald bewegen sich auf ähnlichen Wegen, meistens sind es dann vor allem die größeren Tiere wie Bären, Hirsche und Wölfe, deren Schlafplätze man dann oft auch in der Nähe vorfindet. Die Waldinventur lief gut und wir waren froh wieder einige Riesenlebensbäume mit einem Durchmesser von mehr als 130 cm gefunden zu haben, denn diese Bäume speichern besonders viel Biomasse und machen sie für uns noch interessanter. Nach einer kleinen Entdeckungsrunde über das Gebiet entschlossen wir uns dann auch dazu wieder aufzubrechen und die Flussabfahrt fortzusetzen. Da wir jedoch am nächsten Morgen sehr zeitig wieder im Toba Inlet abgeholt wurden, entschlossen wir uns unsere letzte Nacht am unteren Ende des Toba Rivers zu verbringen. Also schlugen wir unsere Zelte wieder im Camp des 1. Tages auf, hier hatten wir die 1. Spuren von Bären und Wölfen und waren gespannt, was uns noch erwarten würde. Doch leider verschonten uns auch diesmal die Tiere mit ihrer Anwesenheit, so dass wir ohne sie die letzten Tage Revue passieren ließen. Am nächsten Morgen waren wir alle sehr gespannt, ob uns unser Boot auch noch die letzten 2 km auf dem Toba nach unten bringen würde, wir hatten die schlimmsten Stromschnellen schon hinter uns und nun ging es sehr gemächlich auf den Ozean und das angrenzende Inlet zu. Doch es kam, wie es kommen musste: Auf dem letzten Kilometer gab die Lenkung des Bootes den Geist auf und Hans durfte, da er in der Nähe des Motors saß, als personifizierte Servolenkung arbeiten und so das Boot sicher nach unten steuern. Auch am unteren Ende des Flusses fiel uns der Pegelanstieg auf, den die Schneeschmelze auf den angrenzenden Gletschern verursacht hatte. Wir konnten also nicht an der ausgemachten Stelle anlegen und warteten im Boot auf unser Transportservice zurück nach Campbell River. Nach einer halben Stunde wurden wir abgeholt und begaben uns zurück in die Zivilisation auf Vancouver Island.

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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