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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Thekla Der Wecker klingelt, es ist das Zwitschern eines Vogels, der, wie ich glaube, unbedingt will, dass ich aufstehe. Nach einer Weile gebe ich nach und stecke meinen Kopf der morgendlich kühlen Waldluft entgegen. Für einen Teil der Gruppe besteht der Tag heute aus Vermessen, Vermessen, Vermessen; für mich jedoch steht das „supergeile“ Filmen heute an erster Stelle. Gleich nach dem mehr oder weniger trockenen Frühstück laufen wir auf dem nun sehr matschigen Boden der Sandbank – das Wasser ist längst wieder verschwunden – in den Wald hinein. Dieser ruft mich mit seinen grünen, anmutig wirkenden Bäumen zu sich. Es ist erstaunlich, wie einfach man durch den auf den ersten Blick undurchdringlichen Wald kommt, wenn man sich auf die Größe eines Wolfes oder Bären begibt. Zusammen mit zwei Stipendiaten und der Filmcrew betrete ich den, wie ich finde, magischsten und aufregendsten Ort des Waldes. An diesem Platz steht ein altes Haus und Auto, welche vermutlich den Vorbesitzern gehörten. Das ganze Szenario sieht aus, als mussten sie den Ort fluchtartig verlassen. Es kribbelt in mir und der Wunsch, die Geschichte dieses Ortes herauszufinden, ist groß. Hier drehen wir einen kleinen „Supergeil-Film“, weitere Teile sollen im Camp entstehen. Später im Camp lege ich mich auf eine Klippe unserer kleinen Insel und beobachte die Filmcrew, die sich während ihrer Arbeit Witze erzählt und auch mich dabei köstlich unterhält. Kurze Zeit später nehme ich ein ungewolltes Schlammbad, bei dem mir die braune Suppe in Strömen über das Gesicht läuft und muss mich danach in das eiskalte Wasser des kleinen Toba-Rivers stürzen. Am späten Nachmittag passiert etwas, das mich zu tiefst berührt. Es ist das Heulen der Wölfe das in meinem Ohr erklingt, aber nicht nur in meinem Ohr sondern auch in dem der anderen, die im Wald waren und weiter vermessen haben. Dies gibt mir ein Gefühl der Verbundenheit unserer Gruppe, was hier draußen in der Wildnis das Wichtigste ist. Der Tag geht zu Ende. Wir lassen uns das exklusive Abendbrot schmecken und bei köstlichem Stockbrot von Lina belustigen: Sami: „Hier hab ich noch zwei Löffel gefunden, wem gehören die? Auf dem einen steht Lina.“ Lina: „Der eine gehört, glaub‘ ich, mir.“ Die Nacht ist schwarz und still, genau das, was ich zum Ausruhen brauche. http://wi.wildblog.org/wp-content/uploads/2014/09/DSC06481.jpghttp://wi.wildblog.org/wp-content/uploads/2014/09/DSC06503.jpg

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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