Blog
In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Filmdreh im Grünen

Hey ihr da draußen,
heute werden wir von Kai geweckt und gehen dann von unserem Camp-Plateau herunter zum Tarp, wo wir seinem Vortrag zu den Nährstoffen, Proteinen und Verwendungen der Chia-Samen, die seit gestern gequollen sind, zuhören. Dann verspeisen wir das schleimige Zeug, das ich mit Marmelade pimpen will, was nur mittelmäßig gut funktioniert. Kai und David dagegen verspeisen die Chias in rauen Mengen, der Rest der Mannschaft kämpft sich mit Mühe durch die Hälfte des Topfes.
Nach dem Frühstück traut sich eine freche Möwe an unser Camp heran und weil wir ihr ungern die Gelegenheit geben möchten, unsere Ordnung zu zerpicken, scheuchen Julius und Henri sie mit spartanischem Gebrüll, Steinwürfen und einem selbstgebauten Speer weg. Dann machen sich alle außer Ronny, Tobi, Julius und mir bereit, um den Fluss mit dem Motorboot zu überqueren und auf der anderen Seite neue Plots zu erforschen.
Dann machen wir uns auf in den Wald zum Wolfsahorn, wo wir Aufnahmen für Wilderness International und unseren Projektfilm machen wollen. Zuerst filmt Ronny einige Lakritzfarne und Beeren, später dann Julius´ Erklärungen zu der Bodenanalyse und noch kurz mich, wie ich eine Candy Flower bestimme. Nach sechs Stunden Kamera-an, Kamera-aus laufen wir zurück ins Camp, wo wir zeitgleich mit den anderen eintreffen. Sie erzählen von einem anstrengenden Tag mit lauter Baumvermessungen und neuen Plots, von einer Geisterblume (einer besonders seltenen, porzellanähnlichen und wunderschönen Pflanze), die wir eigentlich auch für unseren Dreh hätten gebrauchen können, und von gut gefüllten Artenlisten. Das Filmen ist noch nicht vorbei, wir drehen noch Drohnenflüge und die Auswertung unseres Films, bevor wir dann das extrem leckere, von den anderen gekochte Curry verspeisen.
Wir lachen abends noch viel, weil Kai seinen inneren Otter auslebt und die Jungs ein Wasser-Wetttrinken veranstalten, dann gehen ich und Clara ins Bett.
Der Tag war unglaublich schön, wir haben tolle Bilder eingefangen und ich bin wahnsinnig zufrieden, dass wir so viel von unserem Film geschafft haben. Der Camp-Alltag gefällt mir, ich vermisse die Stadt überhaupt nicht und die ganztägliche frische Luft tut einfach gut. Unseren Ausblick und das Morgens-aufstehen-und-sich-zwischen-nebligen-Bergen-wiederfinden vermisse ich schon, wenn ich nur daran denke, dass wir in einigen Tagen die Wildnis verlassen werden. Ich genieße die Natur und bin einfach dankbar, hier zu sein.
Lasst es euch gut gehen,
eure Emilia
Wilderness International Kanadareise 2014

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

  • Empfehlungen






















    Jahre