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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Koksilah – Rückblick 3 (Wald)

Hallo liebe Lesende, heute schreibe ich Euch zum ersten mal in diesem Blog, und zwar über das Thema Wald, für das ich, während der gesamten Expedition und unter dem Team der Wissenschaftler „zuständig“ bin! Genauer gesagt bin ich damit beauftragt eine Waldinventur in den Waldgebieten der Stiftung durchzuführen, um letztendlich den Biomasse-Bestand und damit den Kohlenstoffvorrat dieser Waldtypen zu ermitteln! Dies erfolgt auf der Grundlage einer Zusammenarbeit mit dem Umweltforschungszentrum Leipzig, an dem ich für diese Tätigkeit als Hilfswissenschftler angestellt bin und an dem letztendlich die Auswertung aller meiner aufgenommen Daten hier im Feld (Wald) erfolgen wird! Wie Ihr sicherlich schon wisst, handelt es sich bei den Wäldern die wir hier besuchen, um so genannte temperierte Regenwälder, von denen nur noch wenige Prozente auf der gesamten Welt existieren! Besser beschreibt es allerdings das Wort „gemäßigte“ Regenwälder, denn hier ist ganzjährig ein mildes Klima vorzufinden, mit milden Wintern und auch Sommern. D.h., im Winter gibt es selten Frost und im Sommer kaum sehr hohe Temperaturen, wodurch der Wald hier die Möglichkeit bekommt, fast das ganze Jahr zu wachsen. Das Wort Regenwald ist darauf zurückzuführen, dass hier ca. 2000 mm Niederschlag im Jahr fallen, von denen der größte Teil als Regen niederkommt (Vergleich Deutschland: 500-600 mm/J) und welcher das Baumwachstum ebenfalls stark begünstigt! Bei dem Waldgebiet, in dem wir uns für die ersten Tage der Reise aufgehalten haben, handelt es sich um einen so geannten „old growth forest“, d.h. um einen Wald der seit seinem Bestehen, weder menschlich stark beeinflusst noch gänzlich abgeholzt wurde! Aus diesem Grunde finden wir hier Bäume vor, die bis zu 700 Jahre alt sein können. Bei meiner Waldinventur konnte ich folgende Baumarten ausmachen: Douglasie, Westliche Hemlockstanne, Riesen-Lebensbaum, Roterle, Großblättriger Ahorn, sowie die Küstentanne. Die Douglasien sind die mächtigsten Bäume in diesem Gebiet, sie erreichen Höhen bbis 70 Meter und einen Durchmesser von 2,30 Meter. Auffällig ist ein Reichtum an Flechten und Moosen, die auf den Bäumen un dem Waldboden gedeihen, sowie eine grosse Menge Totholz und eine mächtige Humusschicht. Diese Auffälligkeiten, sind ebenfalls charakteristisch für den gemäßigten Regenwald und begünstigen das Baumwachstum in einem erheblichen Maße! Die Waldinventur, die ich zusammen mit einer Mitarbeiterin mache, wird lediglich in einem kleinen Teil des Waldgebietes durchgeführt. Somit handelt es sich um eine Stichprobe die erhoben wird, um später die gewonnenen Daten auf das gesamte Waldgebiet hochzurechen. Ziel ist die Ermittlung des gesamten Biomasse-Inventars der Bäume. Daraus soll im Nachhienein die Kohlenstoff-Speicherung dieses Ökosystems ermittelt werden. Um die jährliche Kohlenstoff-Fixierung in den Bäumen herauszubekommen, muss der jährliche Zuwachs ermittelt werden. Dazu müssen die Daten natürlich jedes Jahr wieder aufs Neue ermittelt werde, so dass es sich bei den Flächen, die wir bearbeiten, um Dauerbeobachtungsflächen handelt, die wir in dieser Expedition erstmals anlegen! Bei den Stichproben-Flächen handelt es sich um einen 1 Hektar großen Block, den wir aus Übersichtsgründen in 20 * 20 Meter Blocks unterteilen. Darin werden dann von jedem Baum der Durchmesser in Brusthöhe (1,30 Meter) und von einigen Bäumen die Höhe ermittelt. Mit diesen Daten kann dann über eine spezielle Formel das Volumen, d.h. das Holz-Volumen un damit die Biomasse für jeden einzelnen Baum berechnet werden. Nach einer dreitägigen Pause in der „Zivilisation“, haben wir uns (5 Wissenschaftler) auf den Weg zu den anderen Waldgebieten der Stiftung gemacht. Jetzt liegt eine sechs-stündige Autofahrt durch die Waldgebiete Vancouver Island`s hinter uns und wir sind in Port Hardy im Norden der Insel angekommen. Morgen in der Früh werden wir auf die Fähre steigen, um weitere 500 Kilometer (16 Stunden) Richtung Norden zu fahren, und zwar nach Prince Rupert. Von dort aus wird uns ein Wasserflugzeug an die Waldgebiete bringen und die Arbeit kann aufs Neue beginnen! Wir hoffen auf eine weniger regenreiche Zeit, nach der es momentan leider nicht aussieht, und grüßen alle Lesende im fernen Deutschland! Hermann

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre