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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Leuchtendes Wasser

Nächtliche Grüße, wir sitzen gerade am Ufer des Pazifiks und bewundern das faszinierende Meeresleuchten. Nur bei ganz bestimmten Bedingungen kommt es zu Biolumineszenz bei Einzellern. Bei jeder Wasserbewegung beginnen sie aufzulechten. So auch gestern. Noch unvorbereitet waren schon alle in ihre Schlafsäcke geschlüpft, als Kathi und Kai durchs Camp liefen, um uns wieder zuwecken. Schließlich haben sich zwei Mutige gefunden, die ins eisige Wasser sprangen. Dieses Mitternachtserlebnis war die Kälte absolut wert. Schon bei kleinen Bewegungen mit den Fingerspitzen im Wasser, schimmerten winzige grün-weißliche Leuchtpunkte auf – als ob jemand Pailletten ins Meer gestreut hätte. Unsere Fotografen haben die Aktion mit einigen Langzeitaufnahmen festgehalten. Der nächste Morgen begann mit Trommelschlägen von Hwiemtum und einem Happy-Birthday-Stänchen auf Hulqeminum für Ronja. Zum 15. Geburtstag darf natürlich der Kuchen auch nicht fehlen. Am Vormittag wurden die Projekte vorangetrieben. „Holy Crab“ war eifrig am Krabben Sammeln während wir Harro befragten. Dabei lernten wir viel über die Kultur der Cowichan, zum Beispiel den Kreislauf des Lebens oder den „Sacred Circle“, in dem alle Elemente des Lebens dargestellt werden. Tim der Meeresbiologe, Alisa und Magan stießen zum Mittag zu uns. Tim und unsere zwei Fotographen gingen dann tauchen, um uns verschiedene Meeresorganismen im wahrsten Sinne des Wortes näher zu bringen, beispielsweise Seeigel. Tims Großvater konnte als kleiner Junge an einem Vormittag leicht drei Säcke davon sammeln. Deshalb und wegen der andere sehr Zahlreich vertretenen Arten wie Lachse im Wasser und Rehe in den Wälder war diese Gegend sozusagen die Kornkammer der Cowichan. Doch als Tim in den Neunzigern mit dem Tauchen begann, gab es von Croften bis Cowichan Valley keinen einzigen grünen Seeigel mehr. Auf der Inseln Bariol Island und gegenüber wurden 5000 Samen ausgestreut, um die grünen Seeigel wieder anzusiedeln. In den ersten paar Jahren war nichts zu sehen, doch kommen sie nun sogar auf unserer Seite der Meeresstraße wieder vor. Tim hat uns mehrere Exemplare roter Seeigel und eine grünen mitgebracht, die sogleich verkostet wurden. Das Essbare sind dabei die Eier im Inneren – sie haben einen milderen Geschmack als Kaviar und werden vor allem bei den Ältesten als Nachspeise verwendet. Ähnlich wie den Seeigel erging es dem Hering, einst wimmelte es hier von Heringsbrut. Durch Verschmutzung verschwanden sie und damit die Nachrungsgrundlage vieler Räuber. Doch dann erinnerte sich die Industrie, die nach neuen Fanggebieten suchte, an eine alten Trick der Cowichan. Der Trick bestand darin, wenn man die Eiablagestätten der Heringe kennt, kurz vor der Laichzeit Bäume oder Äste ins Wasser zu legen und so eine künstliche Laichstätte zu schaffen. Ursprünglich diente dieser Trick dazu, leichter an die Eier zu gelangen, außerdem nahmen sie dabei den Geschmack der Bäume auf. Um die Heringe wieder anzusiedeln, legte man Bäume in die Laichgebiete, in denen es noch Heringe gab und brachte diese dann samt der Eier hier her, wodurch er nun wieder heimisch geworden ist. Zum Dinner gab es Suppen, zum Einem mit (viel) Curry und zum Anderen mit Kokosmilch und Fisch, den Kai am Vormittag dazu bewegen konnte, an den Hacken zu beißen. Mit den gekochten Einsiedlerkrebsen und der großen Krabbe ein schmackhafter und gelungener Abschluss für diesen Tag. Egon, Team „Canadian Cooks“ Mehr Berichte und Bilder vom Fotografen-Team auf www.reinis-blue-box.blogspot.de und http://www.samifayed.de/blog. www.facebook.com/wildernessinternational  Unsere heutigen Koordinaten: N 48.770223 W 123.577926
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Titelbild

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre