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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Meet the Neighbors

Meeresrauschen. Wie lange haben wir darauf gewartet, endlich in der Wildnis auf Porcher Island zu sein, und bei Meeresrauschen aufzuwachen. Aus meinem Zelt schaue ich direkt auf die hineinkommende Flut, die das Flussdelta ansteigen lässt. Um etwas Orientierung für die Gegend zu bekommen und um mit der Umgebung vertraut zu werden, laufen wir am Vormittag los. Am Strand entlang wollen wir zum „Nachbarn“, ein altes amerikanisches Ehepaar, welches seit 1975 auf Porcher Island vollkommen selbstständig und abgeschieden wohnt. In erster Linie indirekt abweisend („Es geht nicht um uns. Wir erzählen nicht viel, wir genießen die Privatsphäre, ansonsten würden wir nicht hier wohnen.“) laden sie uns doch zu sich auf ihre kleine Farm ein und erzählen uns Hintergründe und Geschichten über Porcher Island und die Region, in der wir neue Landstücke kaufen und somit schützen wollen. Die beiden beenden das kurze Treffen mit der Aussage, dass sie froh wären, uns als Nachbarn zu haben, da wir das Gebiet schützen würden. Wir gehen weiter, da wir den Wald bis jetzt noch nicht genauer erkundet haben. Direkt an der Grenze des Gebietes gehen wir in den ins Grüne. Lauter Moose, Farne und typische Sumpfpflanzen prägen den Anblick des Waldes. Wir kämpfen uns durch das zum Teil über drei Meter hohe Dickicht und bleiben immer wieder staunend vor Torfmoos und anderen Pflanzen stehen, deren Name nur Fabian, unser Biologe und Fotograph uns erklären kann – sie klingen zum Teil eher wie Zaubersprüche aus Harry Potter. Als wir nach mehr als zwei Stunden aus dem Wald kommen, glauben wir direkt bei unserem Camp zu sein. Fehlanzeige. Wir sind keine 100 m vorangekommen und mehrmals im Kreis gelaufen. Sich im Regenwald zu orientieren ist eine Kunst für sich. Wir klettern bergauf dem Hochmoor entgegen. Porcher Island ist bekannt für seine Hochmoore, die wie kleine Oasen mitten im Wald wirken. Überall ist es feucht, extrem viele Moose in verschiedensten Farben und Flechten und Blumen soweit man blicken kann. Die kleinen Bäumchen, die die Landschaft unterbrechen, sind zwar nicht höher als ein Meter, jedoch schon mehrere hundert Jahre alt. Wir laufen ein ganzes Stück bergauf, bis wir einen perfekten Blick auf das Meer haben. Irgendwie schon skurril: unten Meer mit Strand, dahinter Regenwald und hier oben Hochmoor. Aber alles einzigartig und wunderschön. Die Bilder, die wir machen, können nur einen Hauch von der Ahnung tragen, wie schön es hier eigentlich ist. Bergab treffen wir kurz vorm Meer auf eine Otterhöhle, aus der uns mehrmals hintereinander sogar der Bewohner anguckt, bevor wir weiterziehen. Wir sind müde von der Wanderung und den vielen neuen Eindrücken. Nun setzen wir uns nur noch ans Feuer, kochen Abendbrot und genießen den Blick. So wie wir aufgewacht sind, so schlafen wir auch wieder ein – mit Meeresrauschen im Hintergrund. Wir sind glücklich, hier zu sein. +++ Tobi

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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