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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Neuigkeiten aus der tiefen Wildnis

Wir sind seit einigen Nächten im Koksilah Wald. Am malerischen Fluss gleichen Namens, dessen klares und kaltes Wasser uns Tag und Nacht mit seinem Plätschern begleitet, untersuchen wir ein Terrain von 200 x 100 m. Das Flussufer ist gesäumt von Erlen, der alte Wald dahinter beherbergt vor allem mehrere Hundert Jahre alte Douglasien (Pseudotsuga menziesii) und Riesenlebensbäume (Thuja plicata). Im Wald liegt eine dicke Humusschicht, die zur Zeit staubtrocken ist und dicke Moospolster bedecken Boden, Totholz sowie die Äste der Bäume. Entlang des Flusses sehen wir einige Tagfalter (Papilio eurymedon, P. rutulus, Limenitis lorquini, Celastrina echo) und Vögel wie z.B. den American Robin (Turdus migratorius), den American Dipper (Cinclus mexicanus), Steller’s Jay (Cyanocitta stelleri) und den Common Merganser (Mergus merganser). Das viele Totholz im Wald ermöglicht es, dass sich zahlreiche Holzinsekten entwickeln können. Von den Insekten ernähren sich verschiedene Spechte, von denen wir beim Brüten den Hairy Woodpecker (Picoides villosus) und den Red-breasted Sapsucker (Sphyrapicus ruber) beobachten konnten. Heute Mittag saß ich am Fluss, als in Armlänge vor mir entfernt ein Kolibri (ich vermute es war ein Jungtier von Calypte anna) schwirrt. Neugierig schwenkt er seinen Kopf von der einen zur anderen Seite, ohne seinen Blick von meinen Augen zu nehmen. Fast ist es mein Eindruck, er wäre so neugierig, dass er noch näher kommen möchte. Danke kleiner Vogel, für diese schöne Begegnung. Unsere eigentliche Arbeit beginnt, wenn es abends dunkel wird. Dann locken wir mit Kunstlicht Nachtfalter an, doch gibt es hier ein Problem: Mit Einbruch der Dunkelheit ist die Lufttemperatur bereits auf 12°C gesunken, die „Grenztemperatur“, bei der Nachtfalter noch gern fliegen. So gibt es Nächte, in denen wir, wenn starker Wind hinzukommt, gar nichts fangen, in anderen Nächten sind es nur drei Falter. Gerade die letzte Nacht aber flogen einige Falter mehr bis Mitternacht und so weisen wir doch fast jede Nacht weitere Arten nach. Ein mühseliges Geschäft, in diesem so beeindruckenden Ökosystem. Wir werden weiter berichten darüber, vor allem auch, wenn wir die Belege daheim ausgewertet haben. Folgend finden sich noch einige Bilder der letzten Tage:
Ein Schwalbenschwanz (Papilio eurymedon)
Hermann am Abend seines Geburtstags
Der Koksilah-Fluss. Vor der Biegung stehen zwei etwa 60 m hohe Riesenlebensbaeume
Ein American Robin im Flussbett

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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