Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt, um den Klimaschutzwert von Mooren systematisch zu erfassen. Sie liefern nicht nur die wissenschaftliche Basis für internationale Publikationen, sondern schließen auch einige der weißen Flecken auf der Landkarte. Gleichzeitig entstehen daraus konkrete Handlungsempfehlungen, die vor allem in Kanada extrem wichtig sind, denn im Gegensatz zu Deutschland, wo das Bewusstsein für die Relevanz von Mooren zunehmend wächst, werden Moore in Kanada weiterhin großflächig zerstört.
Außerdem sind die Moore auf Porcher Island extrem wertvolle Lebensräume: Sie beherbergen spezialisierte Pflanzen wie Sonnentau, den Sumpfporst oder die wolkenartige Moltebeere und eine Vielzahl von Amphibien und Insekten, die nur in diesen feuchten, nährstoffarmen Habitaten überleben können. Diese wiederum sind Grundlage für viele Vögel, die auf diesen Raum als Brut- oder Raststätte angewiesen sind. Auch die Fledermäuse brauchen die intakten Moore, da sie sich von den unzähligen Insekten ernähren, die nur dort vorkommen.
Während die Moore auf Porcher Island noch weitgehend unberührt sind, sieht es in anderen Teilen Kanadas ganz anders aus. Besonders die Ölsandförderung im benachbarten Bundesstaat Alberta hat riesige Moorlandschaften unwiederbringlich zerstört. Beim Abtragen des Torfes wird den Mooren buchstäblich der „Stöpsel gezogen“: Jahrtausende alte Kohlenstoffspeicher trocknen aus, das Wasser läuft ab und innerhalb kürzester Zeit entweichen gigantische Mengen CO₂, die zuvor sicher im Moor gebunden waren.
Das ist nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch ein Klimarisiko von globalem Ausmaß. Intakte Moore sind deshalb doppelt wertvoll: Sie verhindern Emissionen und sichern gleichzeitig die Biodiversität. Zerstörte Moore dagegen kehren ihre Rolle um: vom Schutzschild des Klimas zu Hotspots von Treibhausgasen.