Blog
In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Tiefgehende Begegnungen

Liebe Wildblog Leser! Irgendwo zwischen dem Nebel von gestern und den Wolken von morgen hatte ich die beste Zeit meines Lebens. Nun gehören diese drei Wochen in Kanada noch nicht lange der Vergangenheit an, aber es wirkt schon wieder so unwirklich, wie aus einem anderen Leben. In den ersten Tagen war noch alles anders und fremd. Doch in unglaublich kurzer Zeit war das alles so selbstverständlich geworden. Im Land des Ahornbaumes dachte ich das erste Mal weder an Vergangenes, noch an Zukünftiges. Ich lebte im Augenblick – und prägende Augenblicke gab es viele. Wir erlebten Natur, waren Teil einer Kultur und lernten uns selbst besser kennen. 3 Wochen, 3 Trips und meine 3 persönlichen Highlights möchte ich gern mit euch teilen, denn Teilen bildet eine wichtige Säule der Cowichan Kultur. Diesen Aspekt und dass der Mensch der Natur und den Tieren ebenbürtig ist, werde ich mitnehmen. Ich bin nach dieser Reise (noch) kein anderer Mensch, aber an dieser Lebenseinstellung, verbunden mit tiefem Respekt und großer Dankbarkeit werde ich mich nun immer orientieren. Jeder Tag begann mit einem sehr besonderem Moment. Immer wenn es das Wetter zuließ, habe ich unter freiem Himmel geschlafen. Von Meeresrauschen, Sonnenstrahlen oder Vögel geweckt zu werden, ist wunderschön, aber wenn Hwiemtum zu Trommel und Flöte griff und den Tag mit traditioneller Musik begann, war das unbeschreiblich. So wurde das Aufstehen auch nach kurzen Nächten zum Vergnügen. Im Wasserflugzeug fliegen, hörte sich nach Spaß an. Doch kaum in der Luft, war der Spaß vorbei. Unter uns erstreckten sich unglaublich große Kahlschlagflächen. Die besten zwei Tage dieser Reise hatte ich im Koksilah Forest. Jetzt zu sehen, wie nahe sich die Rodungsflächen schon an diesen magischen Ort herangearbeitet hatten, war beängstigend und schockierend. Das Ausmaß wird erst aus der Luft sichtbar und wir haben nur einen Bruchteil der Tragödie gesehen… Wir erlebten atemberaubende Natur, wir konnten Tier und Naturschauspiele beobachten, wir wurden ein Team… Ich könnte die Liste schöner Erlebnisse noch ewig fortführen, doch was mich am stäksten beeinflusst hat, waren die Worte der Cowichan. Alles, was Uncle Harald und Hwiemtum sagten, hatte einen Hintergrund und einen tieferen Sinn, den ich jetzt noch gar nicht voll erfassen kann. Bereits verinnerlicht habe ich Uncle Haralds Worte zur Balance. Es gibt immer zwei Dinge – Wasser und Land, Himmel und Erde, Geben und Nehmen – und man benötigt beide, um die Mitte zu finden und die Balance zu bewahren. An dieser Stelle möchte ich „huy ch’ q’a“ sagen. Es gibt Expetitionsteilnehmer und Expetitionsorganisatoren. Ohne euch hätte es diese Reise nie gegeben. Es gibt Menschen, die lernen und es gibt Menschen, die lehren. Ohne euch hätten wir so vieles nicht verstanden. Es gibt Leute vor der Kamera und es gibt Leute hinter der Kamera. Ihr macht die Reise unvergesslich! Jenin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

  • Empfehlungen






















    Jahre