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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Umweltschutz ist nicht selbstverständlich (Archiv, Expedition 2008)

Die erste Nacht in einem richtigen Bett tut meinem Rücken ziemlich gut. Nur leider kann der Anblick von Fort Mc-Pherson nicht mit der wundervollen Sicht mithalten, die wir die letzten zwölf Tage auf dem Fluss hatten. Also sitzen wir wieder im Auto, drehen die Musik auf und schauen uns die Sehenswürdigkeiten Müllhalde und Abwassersee an. Immer noch nicht ganz ausgeschlafen, treffen wir uns am Morgen erst einmal in der Schule, um mal wieder Gepäck zu sortieren und mächtig umzupacken.Danach machen wir uns daran, Fort McPherson zu erkunden. Mit etwa 800 Einwohnern zählt es nicht unbedingt zur Kategorie Stadt, aber es ist einer der letzten Orte vor dem Nordpolarmeer. Die Häuser in Fort McPherson sind ziemlich einfach und die Straßen im Grunde genommen nur Schlammwege. Unser erster Weg führt uns zu einem der beiden Supermärkte, in dem alles unglaublich teuer ist – aufgrund des weiten Anlieferungsweges. Als wir zurück in die Schule kommen, ist meine Gastschwester ganz erstaunt, dass wir zu Fuss unterwegs waren. Normalerweise würde man in Fort McPherson die 500 Meter mit dem Auto fahren. Von da an kutschieren auch wir mit Autos herum. Zwischendurch halten wir mal kurz an, besuchen jemanden und gucken eine amerikanische Soap oder spielen ein bisschen Fußball. Als meine Gastschwester dann keine Lust mehr auf Autofahren hat, kommt einer der drei Taxiunternehmer des Ortes und bietet an, uns ein wenig die Umgebung zu zeigen. Also sitzen wir wieder im Auto, drehen die Musik auf und schauen uns die Sehenswürdigkeiten Müllhalde und Abwassersee an. Viel mehr gibt es in Fort McPherson leider nicht zu sehen. Außer natürlich die schöne Kirche im Sonnenuntergang. Wir dürfen sogar dabei sein, als ein paar Bekannte des Taxifahrers die frisch gejagten Karibus für das Auseinandernehmen vorbereiteten. Nach einem Zwischenstopp beim Kiosk, der einem der Taxifahrer gehört, wo wir uns mit Cola und Eis eindecken, fahren wir weiter. Natürlich kann man sich, da wir ja auf einer Exkursion sind, die sich für den Umweltschutz einsetzt, über das sinnlose Autofahren aufregen, aber das ist es nicht, was mich am meisten stört. Als ich die Eiscreme-Verpackung in den Mülleimer des Autos stecken will, nimmt sie mir der Taxifahrer aus der Hand, hält kurz am Seitenstreifen an, kurbelt das Fenster runter und wirft sie weg. So entsorgen manche den Müll in Fort McPherson. Julia, 16 Jahre

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre