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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Unsere Empfehlung für die Novellierung des Sächsischen Waldgesetzes

Wie können Sie selbst bei der Erneuerung des Gesetzes mitreden? Hier geht’s direkt zum Formular. Gerne dürfen Sie unseren Text als Vorlage benutzen bzw. ihn für Ihre Äußerung übernehmen. Mehr Informationen finden Sie in unserem Newsbeitrag.

Wald als Wirtschaftsraum
Die ökosystemrelevante Bedeutung des Waldes gehört in den Mittelpunkt des Gesetzes. Die Funktionen des Waldes für die Reinigung unserer Luft, für den Wasserhaushalt, den Boden aber auch in Bezug auf das Niederschlagsniveau, die Schutz-Funktionen im Gebirge, die Erholungsfunktion für uns Menschen, die Lebensraumfunktion für zahllosen Pflanzen- und Tierarten, müssen neben der Funktion als Holzlieferant in den Mittelpunkt gerückt werden. Produktive Wälder können als Holzlieferanten zwar eine wichtige Rolle einnehmen, diese darf aber keinesfalls das alleinige Hauptziel der Forstwirtschaft sein. Eine Maximierung des Holzertrags darf insbesondere auf Grenzertragsstandorten nicht das Ziel forstwirtschaftlichen Handelns sein.

Wald als Erholungsraum
Die Erholungsfunktion des Waldes ist wesentlich für die psychosoziale Gesundheit der Menschen sowie der Gesellschaft. Hierfür ist ein abwechslungsreiches, natürliches Waldbild besonders geeignet. Ein solches ist daher insbesondere in Naturpark-Gebieten und Landschaftsschutzgebieten flächendeckend anzustreben.

Wald als Naturraum
Nicht nur im Hinblick auf die CO2-Speicherkapazität von Wäldern ist deren Erhalt und vor allem auch die Waldmehrung essentiell.
Die Einschränkung, dass Flächen nur aufgeforstet werden dürfen, wenn sie bereits an einen bestehenden Wald angrenzen, muss aufgehoben werden. Gerade in ausgeräumten Landschaften ist die Anlage von Feldgehölzen und kleineren Waldstücken u.a. als Trittsteinbiotope enorm wichtig, wird aber derzeit durch diese Vorgabe verhindert.
Sachsen sollte einen Waldanteil von mindestens 35% anstreben.
Wertvolle Altbäume verdienen unseren ganz besonderen Schutz. 10% der Waldflächen sollten gänzlich aus der Bewirtschaftung genommen werden und sich zu Urwäldern zurückentwickeln. Dies gilt insbesondere für wenig produktive Sonderstandorte, wie zum Beispiel vernässte Flächen.
Waldsäume dienen dem Schutz des Waldes vor Windbruch und erhöhen den Artenreichtum und die Lebensraumvielfalt durch ihren gestaffelten Aufbau enorm. Alle Waldränder sollten grundsätzlich als Waldsaum gestaltet werden – durch Pflanzung oder Entwicklung.
Grundsätzlich sind standortheimische Arten sind auch vor dem Hintergrund des Klimawandels vorzuziehen, da nur diese vollumfänglich ökologische Funktionen (Nahrung) übernehmen.

Versuchs- und Forschungsaufgaben
In Prozessnaturschutzgebieten (Wildnisgebieten) sollte die Entwicklung fortlaufend dokumentiert werden, um Einblicke in die Entwicklungen und Zusammenhänge in einem natürlichen Wald zu erhalten und daraus nachhaltige Bewirtschaftungsmöglichkeiten abzuleiten zu können.

Forstbehördliche Aufgaben
Privatwaldbesitzer sollten für eine nachhaltige, ökologische Bewirtschaftung ihrer Flächen, bzw. für eine Nichtbewirtschaftung, also das Zulassen natürlicher Prozesse, eine flächengebundene Förderung erhalten.
Waldbesitzer sollten vorrangig zu möglichst schonender Waldbewirtschaftung bzw. ökologischen Waldbau, sowie zum Waldumbau im Hinblick auf den Klimawandel ausführlich beraten werden. Dabei ist die Beratung zu Maßnahmen zum Erhalt der vielfältigen Waldfunktionen am konkreten Standort (Waldfunktionskartierung) wesentlich.
Eine Förderung der Nutzung von Rückepferden sollte in Zusammenarbeit mit dem Landesgestüt Sachsen erfolgen (Zucht und Ausbildung geeigneter Pferde; Bereitstellung bzw. Vermittlung von Rücke-Teams).

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre