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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Von Malaysia nach Kambodscha – einem Land mit dunkler Geschichte

Nun ist es jetzt schon fast zwei Wochen her, dass ich Ko Tao verlassen habe. Und seitdem bin ich durch Malaysia und Kambodscha gekommen. Zwei Länder, die so vieles gemeinsam haben und doch so komplett unterschiedlich sind. Beides sind gewissermaßen Monarchien und ehemalige Kolonien. Und bis Mitte der 1970er lagen beide entwicklungstechnisch etwa gleichauf, Kambodscha wurde wegen seines Wohlstandes auch die „Schweiz Asiens“ genannt, doch dann brach eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Geschichte über das Land herein. Dazu werde ich später noch etwas erwähnen. Zuerst wollen wir zurück auf Malaysia schauen. Hier verbrachte ich vier Tage in Georgetown auf der Insel Penang bei einem Freund aus Deutschland. Malaysia und sein Öl Die Region auf Penang ist nach Kuala Lumpur die modernste und wohlhabendste Gegend des Landes. Einen großen Teil der Insel nimmt ein Regenwald-Naturschutzgebiet ein, den Rest Georgetown, ein Schmelztiegel der Nationen. Wie in ganz Malaysia haben sich auch hier vor allem Inder und Chinesen (die Malaysier) und Ureinwohner (die Malayen) über lange Zeit angesiedelt und vermischt. Durch all diese Einflüsse gibt es nicht nur Stadtteile wie „Little India“ oder „Chinatown“, nein auch die Küche des Landes wurde dadurch maßgeblich beeinflusst. Es war eine wahre Offenbarung, sich durch die unterschiedlichsten Restaurants der Stadt zu schlemmen. Besonders gut dabei waren die indischen Restaurants. Wie schon erwähnt ist Malaysia verglichen zu anderen Ländern in Südostasien sehr wohlhabend. Dieser ist wie so oft dem Öl zu verdanken und ließ in den letzten Jahren eine schnelle Entwicklung zu. Bezeichnend dafür sind die Petronas-Tower in Kuala Lumpur der gleichnamigen Firma, die zeitweise die höchsten Gebäude der Welt waren. Auffällig sind außerdem die riesigen Palmölplantagen, an weiten Teile der Autobahn. Auch diese Plantagen sind ein großer wirtschaftlicher Faktor für das Land. Mehr zum Thema Palmöl gibt es in diesem Artikel. Eine dunkle Vergangenheit Dann ging es weiter nach Phomn Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Auch Kambodscha muss sich kulinarisch auf keinen Fall vor seinen Nachbarn verstecken, haben sie doch das köstliche Nationalgericht „Amok“, eine Art Curry welches mit Ei verfeinert wird. Dazu gibt es dann Hühnchen oder Fisch und natürlich Reis. Wie schon angesprochen hat das Land eine sehr schlimme Vergangenheit, die in weiten Teilen Europas jedoch fast unbekannt ist und bis heute das Land in großer Armut hält. Mitte der 1970er Jahre beschloss Pol Pot mit Hilfe seiner Gefolgschaft, den roten Khmer, das Land in einen Kommunistischen Bauernstaat zu verwandeln und somit seiner Meinung nach in eine goldene Zukunft zu führen. Die roten Khmer waren meist gering gebildete Jungen vom Land, die Pol Pot leicht gegen die reichere Stadtbevölkerung aufhetzen konnte. Da dieser Bauernstaat natürlich nicht mit gebildeten Leuten funktionieren kann, beschloss Pol Pot alle intelligenten Menschen umzubringen. Dazu zählten Lehrer (Pol Pot war selber jahrelang Lehrer), Professoren, Politiker, aber auch einfach Leute die eine Brille oder weiche Hände hatten. Pol Pot selber war ein gebildeter Mann, der mit einem Stipendium in Paris studierte und viele Jahre als Lehrer arbeitete. In der Öffentlichkeit zeigte er sich während seine Gräueltaten nie. Denn innerhalb von drei Tagen wurden durch die roten Khmer fast alle Menschen auf das Land gebracht, um dort unter den unwürdigsten Bedingungen auf Feldern zu arbeiten. In Phomn Penh blieben nur 20.000 Einwohner zurück. Alle, die verdächtigt wurden ein Problem für das Land darzustellen, wurden auf sogenannte Killing Fields gebracht, um dort mit den einfachsten Mitteln (Schaufeln, Rohren, …) ermordet und begraben zu werden. Das größte und brutalste dieser Killing Fields befindet sich in der Nähe von Phomn Penh. Das Gelände von Choeng Ek ist heute als eine Erinnerungsstätte sehr gut aufbereitet. Konzentration auf wenige Städte Durch diese Vergangenheit wurden 75 Prozent der Bevölkerung ermordet und das Land sozusagen auf null zurückgesetzt, denn es überlebten vor allem ungebildete Leute. Noch heute beschränken sich die touristischen und fortschrittlichen Punkte des Landes auf vier bis fünf Städte, dazwischen gibt es meist nur Reisfelder und schlechte Straßen. Ein Großteil der Kambodschaner lebt mit weniger als 30 $ im Monat. Ein Tuk-Tuk-Fahrer in der Touristenhochburg Siem Reap hat gerade mal ca. 80 $ im Monat. Womit wir schon beim nächsten und auch letzten Punkt in Kambodscha wären: Siem Reap bzw. Angkor Wat, dem größten und am besten erhaltensten Tempelanlage in Südostasien. Jährlich strömen hier ca. 1 Mil. Menschen durch die weitläufigen Tempel aus dem 9.-11. Jahrhundert. Eine sehr gute Einnahmequelle für das Finanzministerium die von jedem Ticket 75 Prozent einstreichen (und das sind immer min. 15 $). Viele der Tempel sind jedoch sehr überlaufen und teilweise erinnert vieles an einen Freizeitpark wenn man aller zehn Meter Essen, Trinken, Bücher oder auch Flöten angeboten bekommt. Einziger Unterschied dabei ist, dass es meistens 6-jährige Kinder sind, die diese Dinge verkaufen, da es natürlich ein ziemlich lukrativer Job in diesem Land ist. Kommt man allerdings von den Hauptrouten runter, erlebt man ein wunderschönes und ruhiges Angkor Wat. Man sieht also, dieses Land hat sehr viel zu bieten, doch an vielen Ecken noch deutliche Rückstände zum großen Nachbar Thailand. Dahin kehre ich am morgigen Tag zurück, bevor es am 24. Januar zurück nach Deutschland und damit in das Wilderness International-Büro geht. Mehr Informationen über das Pol Pot Regime und die roten Khmer findet ihr hier: www.dccam.org

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre