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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Wo nie ein Mensch gelaufen ist

Für mich beginnt nun Tag 1 meiner Kanada-Expedition. Um 6 Uhr früh klingelt der Wecker. Dank meines Jetlag bin ich jedoch schon seit einer halben Stunde wach. Also auf gehts, anziehen und ab nach draußen. Es ist kälter als ich es erwartet habe, beim ausatmen entstehen Kondensationswolken in der Luft. Das Frühstück wird vorbereitet, es gibt Haferbrei mit Nüssen. Die Abläufe, wie und was in welcher Reihenfolge getan wird, sind mir noch nicht bewusst, erscheinen den anderen, die schon mehrere Tage da sind, aber so natürlich. Nach zwei Stunden fertig machen und packen geht es los, etwas später als geplant. Die Rucksäcke sind schwer, doch alle sind hochmotiviert. Es steht eine lange Wanderung an, um die 22 km. Der Weg ist größtenteils gut ausgebaut, teilweise muss etwas gekraxelt werden. Alle die uns Entgegenkommen sagen jedoch, dass dies der einfachste Abschnitt des Trails sei. Also laufen wir immer weiter und weiter. Das Gepäck wird schwerer und die Beine immer müder. Alle schwitzen und sind fertig. Endlich sind wir dort angekommen, von wo aus wir das Gebiet auskundschaften wollen. Wir stellen unser Gepäck ab und nehmen die Maßbänder mit. Ich bin gespannt wie es aussieht und frage mich wie wir uns durch das dichte Dickicht kämpfen sollen. Aber schon biegt David rechts in das Gebüsch ein und wir schlagen uns durch die Büsche und Bäume. Ich bin überrascht von dem vielen Totholz. Es ist doch ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe. Am meisten jedoch fasziniert mich der Gedanke, dass hier vermutlich noch nie ein Mensch vorher lang gelaufen ist. Je tiefer wir in das Gebüsch gehen, desto stiller wird es gefühlt um einen herum. Man hört nur das knacken der Äste unter den Füßen und das Schnaufen der Anstrengung wegen. Nach etwa einer halben Stunde müssen wir aufgeben, da wir kein GPS Signal bekommen. Kurz wird beraten was wir nun machen. Schnell wird der ursprüngliche Plan umgeworfen. Wir werden nun schon in einer Bucht früher campen als geplant und morgen nochmal über einen anderen Weg in das Gebiet gehen. Also wieder die schweren Rucksäcke aufgesattelt und weiter gehts. Ich habe etwas mehr Motivation, da nun das Ziel näher dran ist. Die letzten Meter schleppen sich alle den Weg. Hinten kann man schon blauen Himmel erkennen, der Strand ist nicht mehr weit weg. Als wir ihn endlich betreten, bin ich kurz sprachlos. Er sieht aus wie eine Lagune im Süden. Das einzige was nicht ins Bild passt, es aber eigentlich noch viel schöner macht, sind die Nadelbäume drum herum. Dankbar stürzen wir uns in die Wellen und waschen den Schweiß ab. Nun wird das Zelt aufgebaut und anschließend gibt es Abendessen und Lagerfeuer. Daran kann ich mich gewöhnen. – Frauke

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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