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Karl

Liebe Leserinnen und Leser,

nun habe auch ich meinen Platz hier unter den Wildbloggern gefunden und werde euch so regelmäßig wie möglich aus "Down Under" berichten! Während meiner zehn Auslandsmonate möchte ich vor allem die Menschen, das Land und die Kultur Australiens und Neuseelands näher kennenlernen. Ende September startet meine Reise, welche mir hoffentlich viele Abenteuer und einzigartige Erlebnisse bescheren wird, an welchen ich euch gerne teilhaben lassen möchte!

Kiwi und Känguru, ich komme!

 

 

Jonas

Welcome to New Germany!

November 2010

>>Hey mate, nice to meet you! Where are you from?<<

>>I am from Germany! And you?<<

>>Ich komme auch aus Deutschland...<<

Dieser, zugegeben etwas simple ausgedachte Dialog, ist leider gar nicht so weit hergeholt. Es ist auch nicht übertrieben zu sagen, dass ich an jeder dritten Ampel in Auckland auf deutsche Backpacker getroffen bin. Schon vorher, während des Fluges, konnte ich mich ausgiebig mit meinen Artgenossen zu meiner Linken und zur Rechten unterhalten – einer auf dem Weg nach Singapur, alle anderen auf dem Weg nach Australien oder Neuseeland.

Neuseeland als Reiseziel nach Abschluss der Schule oder des Studiums ist mittlerweile so beliebt, dass die Einwanderbehörde jährlich bis zu 70.000 temporäre deutsche Immigranten zählt. 70.000! Einige Internetseiten haben sich schon einen Spaß daraus gemacht von einem Ausstellungsstopp für die so genannten Working Holiday Visa zu sprechen. Unter den Reisenden befinden sich aber nicht nur ehemalige Schüler oder Studenten, sondern auch viele Rentner, welche vor allem mit dem Wohnmobil durch das Land fahren und die unzähligen und wunderschönen Tracks erkunden. Zudem hat eine ganz andere Spezies mittlerweile ebenfalls Down Under für sich entdeckt: Paare in der Elternzeit! Klingt zunächst etwas komisch, hat aber einen simplen und durchaus einleuchtenden Grund: Da es für frischgebackene Väter und Mütter in Deutschland mittlerweile möglich ist, zwei Monate der Elternzeit zusammen zu verbringen, entscheiden sich viele von ihnen diese Zeit als Urlaub in Australien oder Neuseeland zu verbringen, denn wann hat man mal wieder Gelegenheit im Berufsleben acht zusammenhängende Wochen mit dem Partner frei zu nehmen? Und wenn man schon mal die Gelegenheit dazu hat lohnt sich eine so weite Reise natürlich, um ganz entspannt das andere Ende der Welt zu erkunden.

Nach dem kurzen Intermezzo in der größten Stadt Neuseelands habe ich für drei Wochen in Coromandel, einem kleinen, alternativen Ort auf der gleichnamigen Halbinsel, „geWWOOFt“ und es änderte sich in Bezug auf die Landsmannen nichts: Im Cafe arbeiteten Luisa und Tim aus Hamburg, Laura aus Greifswald und Esra aus Marburg zusammen mit mir für Kost und Logis. Es fühlte sich gut an jeden Abend über Probleme in Deutschland zu diskutieren und philosophieren, es ist ein heimatliches Gefühl, doch bin ich nicht eigentlich hierher gekommen um diesem deutschen Alltag auch ein bisschen zu entfliehen?

Auf meinem weiteren Weg Richtung Süden weilte ich auch kurz in der Kiwifruit-Hauptstadt Te Puke, wo in einem bekannten Hostel bereits die deutsche Flagge gehisst wurde – jeder Gast dort kam aus meinem Heimatland, der Großteil sogar aus Sachsen. Sachsen. Wie klein ist die Welt eigentlich?

In meinen mittlerweile sechs Wochen hier unten habe ich aber auch viele Menschen aus aller Welt getroffen, sei es Amerika, Indonesien, Südafrika, oder Frankreich, deren Bekanntschaft ich nicht missen möchte, viele sind sogar echte Freundschaften geworden. Dieses Gefühl des interkulturellen Austauschs macht einen um ein Vielfaches reicher, besonders in Fragen des Respekts voreinander und der Toleranz. Es sind die Lebensgeschichten und kleinen Anekdoten aller die eine solche Reise würzen. Oftmals kennt man ja nur die mediale Oberfläche anderer Länder, doch durch die vielen, mitunter sehr tiefgreifenden Gespräche gewinnt man einen Einblick hinter die Kulissen, den einem keine Fernsehreportage oder Zeitungsartikel geben kann.

Daher kann ich jeden nur ermuntern, ein solches Abenteuer zu wagen, auch wenn man heutzutage auf viele gleichgesinnte Landsmannen trifft und wie ich anfangs etwas frustriert deswegen ist. Schließen möchte ich daher passend mit den Worten eines Chilenen, welche mittlerweile so eine Art Slogan für mich geworden sind: „Open your mind, you are in New Zealand!“

Kommentare

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rú whenua

September 2010 - Selten wird in der hiesigen Medienlandschaft von Neuseeland berichtet, nur Tier- oder Landschaftsreportagen bekommen einen Sendeplatz am Nachmittag. Es muss schon etwas Außergewöhnliches passieren um das zu ändern...