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Neues aus Südafrika

Ich melde mich mal wieder, seit langer Zeit und leider auch ohne Bilder, weil unser Computer glaube ich keinen SD-karten anschluss hat (jedenfalls habe ich noch keinen gefunden!)

Ich war inzwischen mal im stadtinneren, in downtown. ....das ist da wo nur schwarze sind, weil es einfach viel zu gefaehrlich ist. aber wir waren mit dem auto (was man auf keinen fall verlassen sollte) und waren auch zu viert. naja, aufgefallen sind wir trotzdem. aber wir waren auf dem hoechsten tower der stadt und konnten mal ueber johannesburg schauen, oder besser gesagt ueber einen grossteil, weil wir den rand nicht sehen konnten. und das war echt interessant, weil im stadtinneren die ganzen hohen haueser sind und dannach nur noch flache hauser kommen. da hab ich jedenfalls mal was anderes gesehen als immer nur die reichen, eingezeaunten hauser mit garten und baumen. in downtown gibt es naemlich gar nichts ausser hausern und strassen (die alle parallel verlaufen und einbahnstrassen sind). da gibt es weit und breit nicht einen einzigen baum oder park,....

An einem anderen Wochenende ging das kontrastprogramm dann weiter: ich war in soweto (south western township - das beruehmsteste von joburg), weil mich ein freund eingeladen hatte. naja, wir haben bei einer austauschschuelerin geschlafen. sie wohntbei einer familie, die sogar zwei so ne huetten hat, zum glueck keine shaks (die aus allem moeglichen zeug zusammengebauten huetten), die sogar aus stein waren. so eine heutte ist ungefaehr so gross wie ein mittelgrosses deutsches wohnzimmer! In SoWeTo machen die ganzen Leute immer so eine Art Strassenpartys, auch wenn es mitten am tag ist. dann treffen sie sich alle mit ihren bieren und sitzten einfach da!

naja, die familie, bei der wir uebernachtet haben, war an dem abend jedenfalls eingeladen zum 21. geburtstag von einer cousine zu kommen und da sind wir dann alle mit. wir waren letztendlich 5 weisse die dann alle mit dort waren. der 21. geburtstag wird hier richtig gross gefeiert und alle gehen zum frisuer, machen sich die naegel, kaufen sich ein neues kleid,... nur wir wussten nicht dass wir zu einem gehen und sahen normal aus... aber es ging trotzdem.

die feier war in einem etwas reicheren viertel von soweto und dort hatten sie ein zelt auf der strasse aufgebaut, in dem die ganze zeremonie dann stadtfand. wie es in dem zelt aussah muss man sich einfach so vorstellen wie bei einer deutschen hochzeit, also richtig richtig schick. alles war weiss, silber und grau und total stylisch.

waehrend der zeremonie waren wir sogar eherengaeste und durften mit im zelt platz nehmen. und in dem zelt war echt nicht viel platz, da sassen nur die freunde und engsten verwandten des geburtstagskindes und sonst halt wir. Die ganzen anderen verwandten und nachbarn durften draussen warten und von dort aus zuschauen. naja, es war sogar der pfarrer da und hat gepredigt... leider war alles in zulu... aber Hendriks gastbruder (hendrik ist ein weiterer freiwilliger aus meiner gruppe) hat uns das meiste uebersetzt und deswegen war es nicht ganz so langsweilig.

naja, dann wurde gegessen (es durften nur die gaeste im zelt essen, die auch dort sassen, alle anderen mussten sich draussen anstellen und haben es auf irgendwelche plasteteller bekommen) und es war ziemlich suedafrikanisch. ich kann nur gar nicht sagen was es genau war, weil ich es auch nicht weiss. wir haben uns einfach von allem etwas genommen und haben dann gekostet.

dannach wurde getanzt, es war naemlich ein eigener dj da.... und wir haben uns ganz nett mit einigen unterhalten.

aber irgendwie war es ganz interessant, weil die ganzen jungs einen nur bloed angemacht haben und die ganzen frauen immer nur nachgefragt haben ob alles ok ist. aber manche waren echt etwas aufdringlich, die haben dann auch die gasteltern von der einen immer wieder weggescheucht.

aber es war mal eine erfahrung wert, vor allem weil wir zu dritt in einem bett geschlafen haben und das dort echt normal ist!

es war auch gewohnungsbeduerftig am naechsten morgen nicht duschen zu koennen (es gab ja gar nichts in der richtung), aber schon verschwitzt aufzuwachen.

da bin ich echt froh mit meiner gastfamlie!!!

Ich hatte letztens 1,5 Wochen Ferien und habe mir mal ein bisschen was in Johannesburg und Umgebung angeschaut. Einen Vormittag war ich zum Beispiel mit Markus (dem anderen Freiwilligen aus meinem Projekt) im Apartheidmuseum. Meine Gastmutter hat uns hingefahren (das ist naemlich am anderen ende von Joburg, im sueden) und ist waehrend dessen mit meienr GAstschwerster nach Goldreefcity, so etwas aehnlichem wie einem Freizeitpark.
Es war im Museum jedenfalls recht interessant, es ist ja ein spannendes Thema, aber mir haben die 2,5 Stunden gereicht, auch wenn eine der Lehrerinnen an unserer Schule gemeint hat, dass man dort drei Tage verbringen kann... Aber es war halt teilweise sehr speziel, also es wurde viel ueber bestimmte persoenlichkeiten oder Politiker geschrieben und die kannte ichnatuerlich allenicht und deswegen war es nicht so spannend das zu lesen. ...Aber immerhin habe ich mal nen bisschen was gesehen und war nicht die ganzen Ferien nur zu hause!

Am naechsten Tag sind Markus, Margot (meine gastmutter) und ich in den Pilanesberg National Park gefahren. Der ist nur 2,5 Stunden fahrt von mir zu hause weg richtung norden. Und man kann dort theoretisch auch sehr viele tiere sehen, aber bei uns haben die sich alle vesteckt gehabt.
Der WEg dort hin war auch schon interessant, weil es mal was anderes war als immer nur stadt. Wir waren teilweise auf einer ebene, wo es nichts gab, also wortwoertlich nichts, ausser ein paar kleinen pflanzen die nicht groesser waren als ich und der strasse auf der wir gefahren sind. naja und dann gab es da immer mal diese ganzen shak-siedlungen am strassen rand (zur erinnerung: shaks sind die huetten der richtig armen bevoelkerung die aus allem moeglichen bestehen) und die sahen echt krass aus. ich bin froh dass ich nicht in so einem ding leben muss, weil die echt nicht gross sind und sicher auchnicht viel regen abhalten. das lustige ist aber, dass am strassenrand immer wieder ein paar menschen (1 doer 2) langgelaufen sind und man sich echt geefragt hat wo die denn hinwollen, weil es da ja weit und breit nichts gibt...
Im national park gab es dann wiederum richtige berge und der park war dadurch ganz schoen gross. wir sind da einfach mit unserem auto rein (nachdem sie unser auto und den fahrer und so weiter registriert haben) und sind einfach irgendwelchen wegen gefolgt und haben nach tieren ausschau gehalten. also eine richtige safari, die am ende nur ziemlich angestrengt hat, weil man halt die ganze zeit sucht. vorallem konnte man sich in dem park richtig gut verfahren, weil es natuerlich keine richtigen strassenschilder gab und die schilder die es gab nicht viel aussgesagt haben... aber wir hatten einen plan und sind auch ungefaehr die haelfte der strecken abgefahren.
Bis zum mittag haben wir aber gar nicht viel gesehen, nur so ne komischen kleinen wildschweine die total lustig aussehen wenn sie rennen, weil der schwanz so hochguckt und nen paar andere tiere. aber keine giraffen, elefanten oder loewen (letztere haben wir gar nicht gesehen). aber beim mittag essen war es toll, da sassenw ir naemlich auf einer terasse und da kamen dann ploetzlich 8 giraffen an un waren sogar ziemlich nah. naja, letztendlich ahbenw ir vielleicht an die 40 giraffen gesehen. und viele rhinos (ich glaub das sind nielpferde) waren auch da, aber diehaben immer nur faul unter den baeumen gelegen. aber margot hat gemeint, dass man normalerweise nicht so viele sieht. (wir haben sogar ein totes gesehen, was in 2 haelften geteilt war und wo der bauch fehlte^^)
dafuer haben wir nur einen elefant gesichtet, obwohl es in dem park eine ganze herde von ca. 50 tieren geben soll.
naja war also echt schoen, aber halt auch total anstrengend und ich weiss bis jetzt noch nicht wie margot den ganzen tag durchgaengig auto fahren konnte!!!

In Fourways, dem stadtteil wo ich wohne, gibt es auch so etwas wie ein italienisches viertel, "Monte Casino", wo in einem uebelst grossen gebauede-komplex einfach ein paar italienische haeuser und gassen sind, so dass man sich fast wie in italien fuehlt, nur dass man halt nicht den wirklichen himmel sieht sondern nur das dach des komplexes, was aber genauso aussieht. naja und dann gibt es draussen noch einen schoenen platz (natuerlich auch schoen italienisch gemacht), auf dem es viele restaurants (in einem waren wir auch drinne und haben richtig lecker italienisches essen bekommen) und sogar eine leinwand gibt. ... da ist dann sicher waehrend der wm viel los!


naja, in meinem projekt bin ich jetzt jedenfall nicht mehr alleine. markus ist mit da (das ist ein freiwilliger aus meiner gruppe), weil es mit seinem anderen projekt probleme gab.

und es ist echt ganz cool nicht alleine da zu sein.

ich habe aber auch eingefuehrt, dass wir miteinander englisch reden, weil ich ja nicht hier bin um deusch zu lernen!

Ansonsten gibt es da nicht so viel neues, ausser dass ich jetzt fuer den rest des jahres in der elften klasse bin und dort einfach gucke was ich helfen kann. diese woche war das meist irgendetwas basteln oder kopieren,... Aber man gewoehnt sich echt schnell an den ganzen Rhytmus und die Kinder respektieren einen auch. 
Das gute daran ist, dass ich Mittwoch jetzt zum beispiel immer zeit habe waehrend die 11. und 12. klasse tanzt und ich deswegen mittanzen kann, ich habe naemlich diesen mittwoch echt schon etwas neues gelernt!!!
und freitags mache ich jetzt immer sport mit denen. netball... das ist so etwas aehnliches wie basketball (vom grundprinzip her), nur dass es nur die maedels spielen und man den ball nicht prellen darf. ganz richtig weiss ich die regeln auchnochnicht, weil die behinderten kinder natuerlichnicht einfach so losspielen koennen, weil sie schon mit werfen und fangen zu tun haben!!! ... aber die waren echt gar nicht so schlecht!

So, das war es erst mal von mir.

Liebe gruesse

sophia