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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Zu Hause ist, wo der Grizzly lebt! – Grizzlytour Tag 5

Aus dem Bett ab aufs Boot. Das ist die Devise heute morgen, denn wir wollen es bis zum Zusammenfluss des Little und Big Toba Rivers schaffen. Die Stimmung ist angespannt, denn niemand weiß, was uns erwarten wird.
Schon bei der Hochfahrt werden wir von unglaublich vielen Weißkopfseeadlern begleitet. Ganz dicht über dem Boot und neben dem Boot her fliegen sie, und es wirkt schon fast so, als würden sie uns den Weg zu den Bären und uralten Bäumen zeigen wollen, wegen denen wir ja hier sind. Auf dem Weg nach oben lassen wir den DIAMIR-Wald und den SK-Wald seitlich liegen, die sich im Land der Geisterblumen und im Land der Wapitis befinden. Oben angekommen im Land der Grizzlies sieht alles anders aus als noch zwei Monate zuvor: Große Baumstämme blockieren den Weg für das Boot, es ist kaum Wasser im Little Toba, es sind keine Lachse zu sehen und wir finden keinen Weg zum Ufer. Deswegen entscheiden wir uns, das Boot auf einer kleinen Sandbank zwischen Big und Little Toba festzumachen und das gesamte Gepäck durch das 5 Grad kalte und bauchnabeltiefe Gletscherwasser des Little Tobas zu tragen. Autsch!
Nun sehen wir auch weitere Spuren von Bären, auch ganz frische Abdrücke! Das bedeutet, sie sind um uns herum. Die Anspannung ist weiterhin zu spüren. Die Grizzlies leben hier, sind hier zu Hause.
Nachdem die Zelte aufgebaut sind gibt es eine wichtige Mission für Carsten und Knut: angeln! Und es dauert auch nicht lange: Carsten zieht seinen Blinker in der „Kanada-Edition“ Bahn für Bahn durch das Wasser und auf einmal gibt es einen gewaltigen Ruck. Ein Lachs, und was für einer! Der hat noch einen sehr gesunden Überlebenswillen. Nach 20 Minuten ist der Lachs mit Davids Hilfe gedrillt und an Land. Und Carsten? Carsten ist überglücklich! Gerade wollen Carsten und David die ersten Erfolgsfotos knipsen, da biegt sich die Angelrute schon wieder nach unten. Auch Knut angelt und der nächste Lachs hängt dran! Beides Prachtexemplare. Wir entscheiden uns, den Lachs von Knut wieder in Freiheit zu entlassen, denn wir sollten uns aus der Natur nur so viel nehmen, wie wir brauchen. Und der leider vom Haken verletzte Sockeye Lachs ist definitiv genug, um uns 9 hungrige Männer zu sättigen.
Und so endet dieser Tag wie in einer kitschigen Werbung für Westkanadareisen: 9 Männer sitzen am Lagerfeuer am Fluss beim Sonnenuntergang und essen einen Sockeye Lachs. Mitten in der Wildnis. Mitten in den Naturschutzgebieten von Wilderness International.

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