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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Das Meer ist sauer auf uns

Liebe Leser, Die letzten Tage konnte ich weitere Biologen und Studenten bei Ihrer Arbeit begleiten und hochinteressante Gespräche führen. Das Projekt an dem Kathryn Anderson (PHD Student) arbeitet macht mehr als bewusst, wie wichtig diese Wissenschaftsarbeit für die Menschheit sein kann. Sogar noch mehr: Mir wurde bewusst, wie sehr uns die Zeit davonzulaufen droht, um das geradezu biegen, was wir unserer Natur angetan haben. Kathryn forscht an der Übersäuerung der Meere und deren Auswirkung auf verschiedene Lebensformen. Ja, unsere Meere werden sauer! Hauptverantwortlich dafür sind unsere gewaltigen CO2 Emissionen, die auch für Treibhauseffekt und Klimawandel verantwortlich sind. Während CO2 in der Atmosphäre physikalisch wirkt, indem es die Wärmestrahlung der Sonne in unserer Atmosphäre hält, entfaltet es im Wasser eine chemische Wirkung und bildet Karbonsäure. Aquarianer werden diesen Effekt kennen, denn sie regulieren oftmals den PH-Wert ihres Wassers über CO2 Patronen. Der derzeitige PH-Wert in den hiesigen Gewässern wird in den nächsten 100 Jahren von 8,3 auf 8,0 fallen. Das hört sich für den Laien wenig an, doch für viele Lebensformen sind diese Auswirkungen fatal. „Diese Hochrechnung halte ich allerdings für eher konservativ“ so Kathryn. Es können noch weitere Wechselwirkungen auftreten, die diesen Prozess verstärken. Die ersten direkt betroffenen Lebewesen, sind alle Skelettbildenden Lebensformen, zu denen beispielsweise Muscheln, Seeigel und Korallen gehören. Schon jetzt gibt es hier Muschelbestände die das ein oder andere Jahr nicht überlebt haben. „Viele Tierarten können ein bis zwei Stressfaktoren bewältigen – aber ab einem bestimmten Maß wird es einfach zuviel“ erklärt mir Kathryn. All diese durch Übersäuerung bedrohten Arten stehen am Anfang der Nahrungskette und bilden wichtige Bausteine im gesamten Kreislauf des Meeres. Sie bilden die Grundlage für alle Lebensformen im Meer und letztlich auch für uns Menschen. Verschwinden diese Arten, droht unseren Meeren der endgültige Kollaps ! Überraschend wie bei so vielen Themen, mit denen sich das BMSC beschäftigt, eine Verbindung mit den Küstenregenwäldern hergestellt werden kann. Auch Küstenwälder (andere Wälder natürlich auch) binden CO2, das diese Übersäuerung anheizt, sobald es freigesetzt wird oder verschwindende Wälder dieses nicht mehr binden können! Sedimenteinträge durch Kahlschlag zerstören Seegrasswiesen – auch diese binden CO2 ! Wieder muss ich an Uncle Harold denken: „Alles auf dieser Erde gehört zusammen und jedes kleinste Glied in der Kette des Lebens hat einen Sinn. Behandle deshalb alles mit Respekt!“ Alles besteht aus zwei Dingen, die ein Gleichgewicht herstellen. Unsere fantastischen Ozeane geben uns Nahrung, Sauerstoff, Regen und so vieles mehr. Was geben wir ihm: Wir plündern es und kippen es zu, mit Müll, Gift und Sedimenten. Das hat unser Eldest wohl nicht mit den zwei Dingen gemeint….
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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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