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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Die Augen des Waldes

Dunkel. Es ist einfach total Duster. Sowas kennt man sonst aus der Stadt nicht. Wenn man nachts in der Stadt läuft, so gibt es doch irgendwie ein wenig Licht und die Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit. Doch hier ist das anders. Wenn man hier, mitten im tropischen Regenwald, in der Region Madre de Dios, Peru, die Stirnlampen ausmacht, so ist es komplett duster und man sieht: nix mehr. Man hört nur noch den Regenwald um einen herum leben. Insekten schwirren, Affen brüllen im Hintergrund und Heuschrecken zirpen. Von den Geräuschen, der feucht-heißen Hitze und dem Setting her sieht alles hier für mich wie in Jurassic Park aus. Sobald man die Stirnlampe anmacht kann man zumindest die nächsten 10 m vor sich sehen. Lianen hängen von den Bäumen runter, die gigantische Wurzeln haben, zwischen denen sich sogar Vogelnester befinden. Überall bewegen sich Tiere, doch sehen kann man sie kaum. Chris, Forscher und Ornithologe bei FaunaForever, eine NGO, die sich ebenso für den Schutz des Regenwaldes in der Region Madre de Dios einsetzt, findet in dieser Dunkelheit Schlangen, Frösche und Insekten im Wald, die ich niemals gesehen hätte. Ich gebe mir große Mühe, doch kann ich die Tiere, die er findet, nirgends entdecken. Was mache ich falsch? Er erklärt mir, dass er mit seiner Stirnlampe durch den Wald leuchtet und nach winzigen Reflexionen Ausschau hält. Diese Reflexionen kommen von den Augen der Tiere und Insekten. Sobald er eine Reflexion entdeckt hat, fängt er das Lebewesen und untersucht es zu wissenschaftlichen Zwecken. Nach der Untersuchung wird es wieder freigelassen. Kaum hat er mir dies erzählt, sehe ich auf einmal hunderte Reflexionen. Kleine Spinnen, Insekten, Frösche und Schlangen. Man sieht nun mehr als am Tage!Ich bin tief beeindruckt, wie anders alles bei Nacht wirkt. Und es ist so unglaublich laut. Auf dem Heimweg finden wir in einem Schlammloch noch kleine Schildkröten, die innerhalb der letzten Stunde erst geschlüpft sind. Sie krabbeln langsam in Richtung des Tambopata River. Ungläubig über diesen seltenen Fund machen wir Fotos, um dann unseren Heimweg fortzusetzen. Innerhalb der letzten zwei Stunden habe ich den tropischen Regenwald auf eine nie zuvor gesehene Weise kennengelernt. Nachts so dunkel, aber mit so viel Leben, welches man am Tage kaum erblickt. Das ist eines der Ökosysteme, die wir bei Wilderness International schützen wollen: voller Leben, voller Artenvielfalt, und Heimat Jahrhunderte alter Bäume.  Zu wissen, dass wir mit Wilderness International zukünftig genau diese Gebiete hier schützen werden, die zu den artenreichsten Regenwaldgebieten unserer Erde gehören, macht mich froh, und ich bin stolz, Teil dieser Mission zu sein. -Tobias

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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