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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Die erste Waldinventur im „Land der Grizzlys“

Spuren. Überall Spuren. Gudrun läuft um unser Camp herum und zeigt uns immer wieder die Bärentatzen einer Mutter und ihrer 2 Kinder. Keine 30 m von unserer „Küche“ sind sie letzte Nacht vorbeigelaufen. „Well behaved“ – „gut erzogen“ hat sie Gudrun genannt, da sie keine Anstalten gemacht hat in unserem Lager nach Nahrung zu suchen, obwohl sie ganz genau gerochen haben muss, dass ein „Buffet“ bereit steht. Doch die Sicherheit ihrer Kinder war ihr wichtiger. Wir wissen also, die Bären sind da, immer und überall, und wir werden daran erinnert, dass wir nur zu Besuch sind in ihrem Territorium. Ein Territorium welches wir aber auch schützen wollen. Aus diesem Grund steht für den heutigen Tag eine Waldinventur an. Ein sehr weitgefasster Begriff. Für uns heißt es, dass wir die Biomasse der Waldbestände auf unserem Naturschutzgebiet erfassen wollen. Dazu wählt man ein repräsentatives Gebiet aus und unterteilt es in praktische Stücke. In unserem Fall: 4 25×25 m große Waldstücke, in denen wir die Bäume zählen, ihren Durchmesser messen und ihre Höhe bestimmen. Aus diesen Daten errechnen Programme dann die ungefähr gespeicherte Biomasse. Da wir auch wissen wollen wieviel der Wald jedes Jahr aufnimmt, wird die Inventur am selben Standort in Zukunft wiederholt und so die Steigerung der Biomasse bestimmt. Nach 3 Stunden waren wir überraschend schnell fertig und konnten uns noch ein wenig mehr auf dem Gebiet umsehen. Denn noch sind die Ergebnisse pure Zahlen, aus denen man noch keine großen Schlüsse ziehen kann. Man kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass es ein eindrucksvoller Mischwald mit Ahornbäumen, Erlen, Pappeln und Sitka-Fichten ist, der auch einige Strauch- und Buscharten, darunter Himbeeren und andere Beerenarten, beherbergt. Als wir am Abend wieder in unser Camp zurückkehren, fällt uns sofort etwas auf: Das Wasser steigt immer noch. Der wunderbare Sonnenschein hinterlässt seine Spuren und schickt uns sein frischestes und kältestes Wasser hinab. Wir verlassen abermals unser Lager und stellen uns auf einen höheren Stand als in der voherigen Nacht ein. Am nächsten Morgen fällt uns ein Stein vom Herzen, alles ist trocken geblieben. Nur unser Unterstand vor Sonne und Regen muss wieder aufgebaut werden, nun allerdings an einer hochwassersicheren Position. Nachdem Gudrun, Charlotte und Niklas schon am frühen Morgen gegen 5:00 Uhr auf Bären- und Wolfssuche gegangen sind, jedoch leider nichts entdeckt haben, erkunden wir im Laufe des Tages eine weitere Ecke unseres Gebietes und finden eine andere Sandbank am Little Toba River. Zurück im Camp beginnen wir unsere 2. Waldinventur vorzubereiten, die am nächsten Tag auf der anderen Seite des Toba River im möglicherweise nächsten Naturschutzgebiet von Wilderness International stattfinden soll. Doch noch nie hat jemand von uns einen Fuß auf dieses Gebiet gesetzt und wir haben also keine Ahnung was uns dort erwartet. Alle Ergebnisse und Eindrücke gibt es morgen hier auf dem Wildblog.

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre