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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Feuer im Regenwald

Ein Wald ist nichts Statisches. Bäume keimen, wachsen, werden riesig und nach einem langen Leben am Ende wieder zu Erde. Dadurch kommt an ihrer Stelle wieder mehr Licht auf den Waldboden, Nährstoffe werden freigesetzt – neues Wachstum wird möglich. Aber was passiert, wenn der Wald brennt? Ist dann nicht alles verloren?

Nein, natürlich nicht! Die Nährstoffe bleiben in der Asche erhalten. Licht fällt auf den Boden und ermöglicht es zahllosen Pflanzen, zu wachsen. Zurück auf Los und von vorne anfangen: Daran ist die Natur gewöhnt.

Nein, natürlich nicht! Die Nährstoffe bleiben in der Asche erhalten. Licht fällt auf den Boden und ermöglicht es zahllosen Pflanzen, zu wachsen. Zurück auf Los und von vorne anfangen: Daran ist die Natur gewöhnt. Besonders im Bereich der borealen Nadelwälder im Norden Kanadas und in Alaska sind sehr großflächige Brände nicht ungewöhnlich. Der ursprüngliche temperierte Regenwald unserer Schutzgebiete ist vor Waldbränden relativ gut geschützt: Es regnet um die 2000 Millimeter und mehr jährlich, und die Bäume sind mit jeweils hunderten Kilogramm schweren Aufsitzerpflanzen bewachsen. Dazu gehören bspw. wasserdurchtränkte Moosmatten, Flechten und Farne… da hat das Feuer kaum eine Chance. Trotzdem gibt es auch im temperierten Regenwald in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Waldbrände, meist durch Blitzschlag ausgelöst und in der Regel vergleichsweise kleinflächig. Die zeitlichen Abstände sind nur so groß, dass wir von den letzten Bränden keine schriftlichen Aufzeichnungen haben. Sie sind zwischen 250 und 750 Jahre her. Trotzdem gibt es Bäume, die wesentlich älter sind: 1000 und bis zu 2000 Jahre! Diese Bäume haben in der Vergangenheit Brände überlebt. Die Douglasie zum Beispiel hat eine feuerfeste Borke, die bis zu 30 cm dick sein kann. Außerdem überspringen auch die verheerendsten Waldbrände oft kleine Waldinseln. Irgendetwas bleibt immer übrig.

Waldbrände sind etwas ganz Natürliches, mit dem das Ökosystem Wald auch problemlos umgehen kann. Dabei passt sich der Wald in seiner Artenzusammensetzung, aber auch die einzelnen Baumindividuen den durch den menschengemachten Klimawandel veränderten Bedingungen an. Der ursprüngliche, natürliche Wald braucht unsere Hilfe dabei nicht.

Ganz anders ist es bei den Baumplantagen, den angepflanzten Baummonokulturen der Forstwirtschaft. Diese “Waldfelder” bestehen an der Westküste Kanadas meist ausschließlich Douglasien. Die artenarmen Plantagen sind nicht nur anfällig für Insektenfraß und Pilzerkrankungen, durch Blitzeinschlag oder einen winzigen Lagerfeuerfunken können sie zu wahren Brandherden werden, welche auch küstennah unbarmherzig abbrennen. Denn hier gibt es kaum wasserspeichernde Moos- und Farnmatten, wenig feuchtigkeitsdurchdrungenen Oberboden und viele tote Äste, also natürliche “Brandleiter”.

Aber der Klimawandel, dem auch die temperierten Regenwälder ausgesetzt sind, ist nicht natürlich. Den haben wir Menschen mit unseren Aktivitäten, mit der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Öl, verursacht. Dieser anthropogene (von Menschen verursachte), sehr rasante Klimawandel wirkt sich in den unterschiedlichen Regionen der Erde unterschiedlich aus. In British Columbia werden die Sommer tendenziell heißer und trockener – und damit steigt die Waldbrandgefahr. Dies gilt besonders für die Region zwischen dem Küstengebirge und den Rocky Mountains, die im Regenschatten des Küstengebirges liegt. Das Küstengebirge ist von den Feuern nach wie vor weniger stark betroffen, und unsere Wälder u.a. durch das wasserspeichernde Moos gut geschützt. Um unsere Landstücke im Toba-Tal und auf Porcher Island ist uns deshalb nicht bang.

 

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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