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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Makrowelten

In der Unterwasserwelt Indonesiens gibt es speziell im sogenannten Makrobereich extrem viel zu entdecken. Für Fotografen stellt es die Welt dar, die sich ansprechend mit einem 1:1 Makro-Objektiv abbilden lässt, wozu beispielsweise schon Tiere mit der Länge eines Fingers gehören. Dank neuester Fototechnik kann man auch immer einfacher über diesen Maßstab hinaus fotografieren, wodurch eine völlig neue Welt in den Fokus rückt. Durchaus werden in Indonesien immer wieder neue Arten entdeckt. So sind einige Arten der kaum über einen Zentimeter großen Pygmäen Seepferdchen erst seit nicht einmal 30 Jahren bekannt. Selbst größere Arten, wie der Mimikry-Krake – einer der erstaunlichsten Imitatoren anderer Arten – wurde erst Ende der neunziger Jahre vor Sulawesi entdeckt. Es ist wie eine andere Welt, in der getarnt, getäuscht, gejagt und in Symbiosen gelebt wird. Hier wird es noch viel zu entdecken geben. Die Bucht von Tulamben war diesbezüglich bei meinem letzten Besuch ein Eldorado. Und sie ist es immer noch. Interessant ist, dass es nicht immer die gleichen Spezies sind, die es hier zu finden gibt, sondern sich nach meinem Empfinden ihre Zusammensetzung immer wieder ändert. Was ich bei all meinen Besuchen in Tulamben antraf waren Zwerg-Seepferchen (Hippocampus bargibanti). Zugegeben, sie sind nicht einfach zu finden, denn die kaum fingernagelgroßen (und ich habe meine Fingernägel frisch geschnitten) Tiere sind perfekt an ihre Wirtkoralle angepasst. Bislang sind zwei Farbausprägungen bekannt. Diesmal hatte ich das Glück, die gelb-orange Variante anzutreffen. Noch schöner – eines der Exemplare scheint trächtig zu sein. Auf filigranen, allerdings stark nesselnden Hydrozoen findet man Skeleton Shrimps. Sie sehen extrem bizarr aus und könnten einem „Herr der Ringe-Roman“ entstammen. Am besten ist es, sich mit einem der einheimischen Tauchguides auf die Suche zu begeben, denn sie haben das geübte Adlerauge und wissen am besten, wo all die kleinen „Critters“ zu finden sind. Vor drei Tagen unternahm ich einen Tauchgang mit Tauchguide „Gede“ vom Tauch Terminal als es schon dämmerte. Ich beäugte die Polypen einer Gorgonie und links davon nahm ich einen winzigen „Partikel“ war. Die Tatsache, dass dieser Partikel sich nicht willenlos von der Strömung treiben lies, sondern eher im Stile eines U-Bootes ständig – sich vor und zurück bewegend –  um den Gorgoniestengel surrte, brachte mich auf die Idee, dass es sich um eine frisch geschlüpfte Sepie handeln könnte. Erst ein eilig angefertigtes Foto und die Bildschirmvergrößerung bestätigten meinen Verdacht. Ein Hoch auf die Digitale Fotografie, ohne diese Möglichkeit wäre ich wohl weitergetaucht. Es muss sich um die Jungform einer ohnehin kleinen Sepienart gehandelt haben, da seine Körperlänge unter 2 Millimetern gelegen haben dürfte. Die Polypen der Gorgonie kamen einem fast wie Kraken vor, die gierig ihre Fangarme nach dem Winzling ausstreckten. Eine Welt für sich, in die man auch schnell geistig abtaucht und sich ganz in sie hinein versetzt. So nahm ich den Schwarzspitzenhai der an mir vorbeizog überhaupt nicht wahr, wie mir Gede im nachhinein erzählte. Wieso auch, er hätte ohnehin nicht „in“ meine Makro-Optik gepasst! Mehr Fotos und Berichte finden Sie hier auf Reinhard Mink’s Blog. _RML7281_RML7370_RML7194_RML7014_RML7448_RML7309

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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    Jahre