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In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Tanz der Buckelwale

Beim Aufwachen fühle ich mich zu Hause. Unser Camp, direkt am Waldesrand, mit der kleinen Feuerstelle und dem Flusslauf, ist nach nur zwei Nächten bereits mein zu Hause geworden. Die Campabläufe, das Team und die Gezeiten sind mir vertraut. Jeder hat seine Aufgaben und wir sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen. Der Morgen verläuft wie gewohnt: Aufstehen, Feuer anzünden, Frühstück zubereiten und schließlich fertig machen für den Tag. Heute wollen wir einen nahe gelegenen Gipfel erklimmen, um von dort Drohnenaufnahmen des Landstücks zu machen. Dafür legen wir zunächst die Georefferenzpunkte an. Diese sollen später helfen, die Luftaufnahmen zuordnen zu können. Der Weg hinauf ist beschwerlich. Hier im Regenwald gibt es keine Wege, Pfade oder Hinweisschilder. Wir müssen uns unseren eigenen Weg mit Kompass und GPS suchen und dazu noch den Weg durch das Dickicht des Waldes. Hier sehen wir eine Vielzahl an alten Riesenlebensbäumen und Hemlocktannen, welche voll von Bartflechten und dicken Moosschichten sind. Außerdem können wir immer wieder Spuren und Kot von Wölfen und Hirschen finden. Das zeigt mir, dass wir in einzigartiger, wahrer Wildnis sind. Was für ein unbeschreibliches Erlebnis! Oben angekommen auf dem Gipfel, belohnt der atemberaubende Blick für die Anstrengungen beim Aufstieg. Wir können über das gesamte Tal, in dem auch unser Camp liegt, hinwegblicken und auch die Nachbarinsel Arthur Island and Prescott Island sehen. Da wir zudem noch Glück mit dem Wetter haben, kann Tobi die Drohne, wie einprogrammiert fliegen lassen und so alle Luftbilder einfangen. Mich sticht während die Drohne gerade zum 3. mal landet und Akkus ausgetauscht bekommt, eine Bremse direkt auf die Nase und innerhalb kürzester Zeit schwillt diese enorm an. Für die Anderen ein sehr lustiges Schauspiel, doch für mich ganz schön unangenehm. Zum Glück hat David fix den passenden Naturheilkundlichen Tipp parat, welcher mir enorm viel Schmerz erspart. Nach diesem kurzen leidvollen Teil, steigen Jette und ich ab, um mit dem Erstellen von Plots und so der Vermessung von Bäumen zu beginnen. Wir wandern durch den dichten Regenwald zurück zum Camp. Füllen dort unsere Wasserflaschen wieder auf und machen uns dann auf den Weg in den Wald. Diesmal etwas am Flussufer entlang und dann durch das dicke Gebüsch des Unterholz. Nach getaner Arbeit freuen wir uns umso mehr auf das Abendessen und einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer. Mit wieder aufgeladenen Energiereserven, genießen wir gemeinsam die Abendstimmung und ich schaue verträumt auf das Meer in Richtung Prince Rupert, als aus dem Nichts plötzlich ein Wal aus dem Meer geschossen kommt. Wie Fontänen springen in nicht all zu weiter Entfernung Buckelwale aus dem Wasser. Wir können sogar den Schall des aufkommenden massigen Körpers zeitverzögert hören. Es ist ein wahnsinniges Naturschauspiel, welches mich bis in den Schlaf hinein begleitet. Ich bin unfassbar dankbar, diese einzigartige Natur so hautnah erleben zu dürfen. +++ Carina

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  • Hannes Holdermann sagt:

    asf

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