Blog
In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt.
Henry David Thoreau

Zurück in die Zivilisation – Tag 16

Nach der letzten Nacht unter dem atemberaubenden, klaren Sternenhimmel des Toba Inlets stehen wir am Morgen sehr früh auf, um uns auf die Ankunft der Boote, die uns nach Campbell River bringen sollen, vorzubereiten. Verabschiedet werden wir von einer über uns verwunderten Robbe. Immer wieder streckt sie ihren Kopf in die Höhe und schwimmt näher auf uns zu. Doch immer wenn wir sie beobachten taucht sie schnell wieder unter.
Dennoch: Die Stimmung ist gedämpft. Wir alle wissen, dass wir dieses einzigartige Stück Natur vorerst nicht wieder sehen werden. Auch der Blick auf die eigentlich wunderschöne Landschaft während der Fahrt zurück nach Campbell River ist jetzt ein anderer. Wir sehen die riesigen Kahlschagsflächen und Monokulturwälder, auf denen nie wieder Leben entstehen können wird, wie wir es erleben durften. Dann aber macht uns unser Fahrer auf einen Buckelwal ganz in unserer Nähe aufmerksam. Immer wieder sehen wir ihn aus dem Wasser hervorkommen um danach wieder in die unendlichen Tiefen des Ozeans hinab zu tauchen. Ein majestätisches Tier, dass wir auf einem Stück seiner Reise begleiten dürfen. Unbeirrt von uns zieht es weiter und auch wir erreichen kurz darauf den Hafen von Campbell River.

Während der Wartezeit auf unseren Bus nach Nanaimo betrachten wir das Leben im Hafenbecken und können riesige Seegurken, Krabben und sogar zwei Robben entdecken.
Nach einer zweistündigen Busfahrt erreichen wir den Fährhafen von Nanaimo und warten auf unsere Fähre nach Vancouver. Sich auf asphaltiertem Boden und in Gebäuden zu bewegen, Treppen zu laufen, sich selber wieder im Spiegel zu sehen, auf eine Toilette zu gehen, auf Stühlen zu sitzen, all diese Dinge fühlen sich seltsam, unnatürlich und unbequem an. Die Luft fühlt sich dreckig und verschmutzt an, das Leitungswasser ist nichts im Gegensatz zu dem Wasser des Little Toba Rivers, man fühlt sich hier wie am falschen Platz.
Nachdem wir mit der Fähre Vancouver erreichen sind wir trotz allem beeindruckt von der Kulisse der riesigen Stadt in Kombination mit den riesigen Bergen der Rocky Mountains.
Nach einer weiteren Busfahrt erreichen wir unsere Jugendherberge.
Pünktlich zum Sonnenuntergang sitzen wir am Strand um den Tag ausklingen zu lassen. So sind wir also wieder angekommen, in der Zivilisation. Ein seltsames Gefühl. Obwohl wir alle unser gesamtes Leben so aufgewachsen sind, fühlen wir uns nicht direkt wie Zuhause. Eher wünschen wir uns sehnsüchtig in das Toba Valley zurück.
– Titus

kommentieren
Kommentare lesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Empfehlungen



















Jahre